Geheime Plätze zum Entspannen in Hamburg

Anzeige
Die Liebesinsel (großes Foto) und der Rondellgarten (kleines Foto) Fotos: Hollmann

Stadtpark-Serie letzter Teil: Wo sind die schönsten Ruhe-Ecken?

Von Holger Hollmann
Hamburg. Im kommenden Jahr feiert der Stadtpark seinen 100. Geburtstag. Das Wochenblatt beschreibt in einer Serie, wie Hamburgs größter Volkspark entstand, wie er sich verändert hat und wofür er heute steht. Letzter Teil: Der Stadtpark als Quelle der Entspannung

Luftbad ab 2014 mit neuer Nutzung

Die große Festwiese ist seit jeher das vibrierende Zentrum des Stadtparks. An sonnigen Tagen grillen, flanieren, joggen und buffen auf und um die rund 13 Hektar große Rasenfläche herum tausende von Stadtpark-Besuchern. Auch auf den Nachbarwiesen, am Planschbecken, im Freibad oder im Rosengarten sieht es dann nicht anders aus. Um den Stadtpark herum ist es schwer, überhaupt noch einen freien Parkplatz zu finden. Doch selbst an solchen „Großkampftagen“ gibt es noch ruhige, versteckte Winkel und Nischen, in denen man ungestört entspannen kann, fernab vom Trubel der großen Festwiese - gegen Abend sogar oft ganz alleine.
Einer der besten Geheimtipps für Ruhesuchende war in diesem Sommer das Licht- und Luftbad, dessen stählernes Zugangstor zur Hindenburgstraße zwar versperrt war, dessen Zaun gleich daneben aber bereits demontiert worden ist. So gelangt man problemlos auf die mehrere Hektar große Rasenfläche mit schattigen Ecken unter Bäumen und abgeschiedenen Refugien zum Sonnen hinter alten Buchenhecken. Im kommenden Jubiläumsjahr soll das Luftbad, für das der Pachtvertrag des alten Betreibervereins kürzlich ausgelaufen war, wieder mit einer neuen Gastronomie und kulturellen Freiluftangeboten genutzt werden.

Kleinod Rondellgarten

Ein wenig frequentiertes Kleinod und Paradebeispiel gärtnerischer Architektur ist der Rondellgarten am Stadtparkeingang Südring. Durch einen hohen, schmalen Buchenheckenbogen gelangt man in eine Oase der Ruhe, in der nur ein kleiner, zentraler Springbrunnen zwischen Buchshecken beruhigend plätschert. Ein paar Bänke laden zum Verweilen und Lesen ein. Obwohl der früher einmal als Tanzplatz angelegte Rundgarten direkt neben einem der am meisten genutzten Hauptwege des Stadtparks liegt, verirrt sich kaum ein Besucher hierher. Keine 200 Meter weiter östlich liegt ein weiterer Ort, der besonders am Abend oder an nicht ganz so heißen und sonnigen Tagen oft verlassen liegt: Die Liebesinsel schmückt das südliche Ufer des vor über 100 Jahren künstlich angelegten Stadtparksees. Unter Nadelbäumen stehen hier gemütliche weiße Holzsessel, einst ein Wahrzeichen im gesamten Stadtpark wie auch auf den Wiesen der Außenalster. Auf ihnen hat man einen tollen Ausblick auf den See. Kein wirklicher Geheimtipp ist der Pinguinbrunnen, eines der künstlerischen Highlights des Stadtparks. Dennoch sitzen nur selten Passanten auf den roten Klinkermauern des Brunnens, die extra wie Bänke geformt sind. Dabei sorgen gerade an heißen Tagen die hohen Bäume für angenehmen Schatten mit kühlem, grünen Licht. Wer den schönsten Sonnenuntergang Hamburgs nicht zusammen mit mehreren hundert anderen Gästen im Schumachers Biergarten bestaunen möchte, muss abends nur 100 Meter weiter an das benachbarte Modellbootbecken wechseln, das den Haupteingang im Osten des Stadtparks markiert. Hier sitzt man zur blauen Stunde oft unerwartet einsam und kann die Stille über dem leeren Freibad genießen.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige