Gemeinsam für Nachbarschaft

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Ingrid Samson (2. von rechts) leitet den Nachbarschaftstreff Winterhude. In der offenen Gruppe können aktive Senioren neue Kontakte knüpfen und ihre Ideen im Stadtteil verwirklichen. Foto: Gemeinholzer

Aktive Senioren engagieren sich für den Stadtteil

Von Anne Gemeinholzer

Winterhude. Sie wollen etwas bewegen für sich selbst und im Stadtteil: Aktiven Senioren bietet der Nachbarschaftstreff Winterhude seit über einem Jahr ein Forum, um ihre Ideen zu verwirklichen und neue Kontakte zu knüpfen. Auch Mitstreiter für eigene Initiativen können die „jungen Alten“ dort finden: Bei einer Verschönerungsaktion auf dem Schinkelplatz wurde bereits gemeinsam angepackt.
Was viele in der Gruppe bewegt: Der Wunsch, im Alter nicht allein zu leben, sondern einer Gemeinschaft anzugehören, in der Nachbarn sich gegenseitig unterstützen und auch mal zusammen etwas unternehmen. Über eine der wichtigsten Fragen dabei – Wie kommt man zu einer Gruppe? –soll am Mittwoch, 31. Oktober, ab 10 Uhr im Goldbekhaus (Seminarraum 3) informiert und diskutiert werden. „Interessierte können gern dazukommen“, sagt Gruppenleiterin Ingrid Samson von der Seniorenbildung Hamburg.
Bis zu zwölf Frauen und Männer kommen bisher in die offene Gruppe, die sich alle 14 Tage mittwochs zwischen 10 und 12 Uhr im Goldbekhaus trifft.
Nachbarschaft selbst organisiert – kurz NASE – nennt sich das Projekt, das außer in Winterhude auch in weiteren Stadtteilen läuft. Neben der Seniorenbildung sind die Informations- und Kontaktstelle Aktiver Ruhe-Stand (I.K.A.R.U.S.) und das Seniorenbüro Hamburg mit im Boot. „Die Stadt Hamburg unterstützt das Projekt und finanziert die Stellen der Gruppenleiter“, sagt Ingrid Samson. „Ich hatte schon mal die Idee, ein Wohnprojekt zu gründen. Aber allein ist das schwierig“, erklärt eine Teilnehmerin ihre Motivation. „In meiner Hausgemeinschaft hatte ich gute Kontakte, aber die sind weggebrochen, weil die Älteren nach und nach ins Heim gezogen sind.“ Von der Gruppe erhoffe sie sich, ihren Bekanntenkreis zu erweitern, sich zu vernetzen, auszutauschen und etwas zusammen zu unternehmen, sagt die 53-Jährige, die zu den jüngsten in der Gruppe gehört.
„Ich bin seit zwei Jahren allein. Sich mit 70 noch einen neuen Freundeskreis aufzubauen, ist fast unmöglich“, sagt Gerhard Meyer. Er ist zum ersten Mal dabei und hofft, dass sich vielleicht durch die Gruppe neue Kontakte im Stadtteil entwickeln.
Offenheit für neue Menschen sei eine Grundidee der Gruppe, erklärt eine andere Teilnehmerin. „Ich habe die Vorstellung von meinem zukünftigen Alter, dass ich mit mehreren Generationen, mit Kindern, und auch mit Menschen unterschiedlicher Kulturen zusammen lebe“, sagt sie. Mit ihren 62 Jahren wolle sie sich frühzeitig umsehen, wo sie nicht nur Unterstützung bekommen, sondern sich auch einbringen kann.
Gute Kontakte zu ihren Nachbarn hat Roswitha Weidner bereits. Sie betreue zwei hochbetagte Frauen in ihrer Nachbarschaft, erzählt die 57-Jährige aus Uhlenhorst. „Mir ist es ein Anliegen, den Stadtteil zu verschönern, einen Platz auszusuchen und sauberzumachen.“ Auf dem Schinkelplatz sammelte sie im Frühjahr mit zwei Gruppenmitgliedern zusammen Müll, pflanzte Blumen. „Ich würde gern einen Schinkelplatz e.V. ins Leben rufen. Das ist so ein schöner Platz mit einer besonderen Atmosphäre“, sagt sie. Ihr Anliegen sei es, in der Gruppe die „vielen Möglichkeiten, die es im Stadtteil gibt, wieder wahrzunehmen und den einzelnen zu ermutigen, wieder aktiv zu werden“, sagt Gruppenleiterin Ingrid Samson. Ihr sei wichtig zu vermitteln, dass Nachbarschaft etwas „ganz Wertvolles“ ist – sowohl für den Einzelnen als auch für die Gesellschaft als Ganzes. (ag)
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