Gemeinsam kochen in Eppendorf

Wann? 18.03.2017

Wo? Loogeplatz 14-16, Loogepl. 14, 20249 Hamburg DE
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Viele neue Geschmackserlebnisse und Gewürze gibt es beim Kochprojekt zu entdecken. Kochen verbindet nicht nur Generationen, sondern auch Menschen aus unterschiedlichen Kulturen Foto: Flüß
 
Baut Brücken über den Genuss: Liesel Ameling-Meyer Foto: Flüß
Hamburg: Loogeplatz 14-16 |

Evangelische Familienbildung bietet Flüchtlingen und Hamburger die Möglichkeit zum Kochen

Von Miriam Flüß
Eppendorf
Die Düfte sind verführerisch und so vielfältig wie die Sprachfetzen, die durch die große Küche schwirren. An fünf Arbeitsplätzen schnippeln Menschen aus Afghanistan, Iran, Syrien, Marokko, Italien, Israel und Deutschland gemeinsam Gemüse, beugen sich über dampfende Töpfe und schnuppern an Gewürzen. „In unserer Unterkunft habe ich keine Möglichkeit zu kochen und freue mich, dass ich das hier darf“, erzählt Shiba, die mit ihren drei Töchtern aus Afghanistan geflohen ist.

„Essen ist immer Heimat“

In der Lehrküche der Evangelischen Familienbildung Eppendorf am Loogeplatz bereitet sie nun Köfte zu. „Essen ist immer Heimat“, beobachtet Liesel Amelingmeyer, Leiterin der Familienbildung, die das Kochprojekt vor einem Jahr zusammen mit dem Verein Herzliches Lokstedt ins Leben gerufen hat. Einmal im Monat bereiten rund 30 Teilnehmer gemeinsam Speisen aus den verschiedenen Herkunftsländern der Geflüchteten zu. Finanziert wird das Projekt von der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI). Koordiniert wird die Essenszubereitung von Souad Riedl-Bouidat. „Hier begegnen sich alle auf Augenhöhe. Die Geflüchteten können ihre eigene Identität einbringen und sich in einer anderen Rolle sehen.“

Deutsche Teilnehmer erwünsch

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Die temperamentvolle Sozialpädagogin stammt aus Marokko und hat dieses Mal fünf junge Männer aus Syrien mitgebracht, die eine Vorspeise aus Sesampaste, Kichererbsen, Olivenöl und frittiertem Fladenbrot zubereiten. Nebenan schneidet Susanne Auberginen: „Ich habe hier in der Familienbildungsstätte Pilates gemacht und wurde so auf das Kochprojekt aufmerksam“, erzählt die Winterhuderin. „Ich wollte mir selbst ein Bild von den Menschen machen. Es ist nicht gut, sich nur aus der Presse zu informieren.“ Jeder Teilnehmer trägt einen Aufkleber mit seinem Vornamen auf der Brust, bei der gemeinsamen Essenszubereitung entwickeln sich ganz unkompliziert Gespräche – die von Souad Riedl-Bouidat oder der Iranerin Zahra bei Bedarf übersetzt werden. Für die zukünftigen Koch-Termine wünschen sich die Veranstalterinnen, dass noch mehr deutsche Familien oder Einzelpersonen teilnehmen. Neben neuen Bekanntschaften und köstlichen Gerichten, die nach dem Kochen gemeinsam genossen werden, können auch eigene Rezeptbücher erweitert werden: „Ich habe das Auberginen-Mus nachgemacht, das liebe ich“, schwärmt Liesel Amelingmeyer. „Seitdem ich an den Kochprojekten teilnehme, verwende ich statt Reis auch Bulgur und habe viele neue Gewürze entdeckt.“

Termine für Kochkurse

Die nächsten Kochkurse finden statt jeweils samstags von 11 bis 15 Uhr am 18. März, 22. April, 17. Juni, 19. August, 23. September, 21. Oktober und 18. November. Kostenbeitrag: Zwölf Euro Erwachsene, fünf Euro Kinder, Geflüchtete ein Euro. Anmeldung und Infos bei der Ev. Familienbildung Eppendorf, Telefon 460 793 19, info@fbs-eppendorf.de und www.fbs-eppendorf.de
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