Geplanter Busbetriebshof: Streit um Gleisdreieck Alsterdorf

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Die Bäume auf dem rot umrandetem Gelände sollen einem Busbetriebshof weichen Grafik: Kühn
 
V. l.: Kai Debus und Nizar Müller – beide CDU – sind gegen den Bau des Busbetriebshofes Foto: wb

Hamburger CDU: Information von Bezirksamt und Regionalausschuss mangelhaft

Alsterdorf/Winterhude Der geplante Bau des Busbetriebshofes im Gleisdreieck Alsterdorf sorgt bereits für erhitzte Gemüter bei Anwohnern und Oppositionspolitikern. Mangelnde Information wirft man der Verwaltung vor und erzwingt nun einen Termin zur Anhörung. Bereits im vergangenen Dezember hatte die CDU-Fraktion eine Anhörung von Naturschützern (Bund, Nabu), Verkehrsexperten (HVV, HHA) und Vertretern der Wirtschaftsbehörde und der Handelskammer zum Bauvorhaben Busbetriebshof Gleisdreieck im Regionalausschuss Fuhlsbüttel-Langenhorn-Alsterdorf-Groß Borstel durchgesetzt (wir berichteten). Jetzt kam auf Nachfrage der CDU-Abgeordneten Nizar Müller und Kai Debus heraus, dass bis heute weder der Ausschuss-Vorsitzende Jörg Lewin (SPD) noch die Verwaltung des Bezirksamtes Hamburg-Nord ihrer Verpflichtung nachgekommen seien. „Bis heute sind weder Bürger noch Vertreter des Nabu und des Bund über eine Anhörung im Regionalausschuss informiert, geschweige denn eingeladen worden“, so Kai Debus, Vorsitzender der CDU Hamburg-Alsterdorf. Nachdem derselbe Antrag zuvor am massiven Widerstand der rot-grünen Mehrheit gescheitert war, beriefen sich Nizar Müller und Kai Debus „auf Paragraph 18 Absatz 8 der Geschäftsordnung der Bezirksversammlung Hamburg-Nord“. Danach haben die Ausschüsse auf Antrag von mindestens einem Viertel ihrer Mitglieder oder einer ihrer Fraktionen eine Anhörung durchzuführen. Anders als bei einfachen Anträgen ist hierbei keine Mehrheit erforderlich. Die Anhörung wird nun im Rahmen der nächsten Sitzung des Regionalausschusses am Montag, 1. Februar, um 18 Uhr stattfinden. Der Ort der Veranstaltung steht bis heute nicht fest, da sich der Ausschuss-Vorsitzende Jörg Lewin „auch hierum noch nicht gekümmert habe“, wie Debus und Müller monieren. Nizar Müller: „Man könnte den Eindruck gewinnen, dass hier von der rot-grünen Bezirkskoalition und der Verwaltung mit allen Mitteln versucht wird, die bevorstehende Anhörung klein zu halten.“
Kai Debus hatte vorgeschlagen, die Anhörung in eine größere Lokalität für über 120 Personen nach Alsterdorf zu verlegen, da im Sitzungssaal des Regionalausschusses lediglich Sitzplätze für rund 20 Bürger zur Verfügung stehen. Außerdem sollte eine Anhörung auch immer unmittelbar vor Ort stattfinden, damit möglichst viele betroffene Bürger teilnehmen könnten.
Was den Busbetriebshof betrifft, könnten es tatsächlich mehr als 20 Menschen sein, die die Argumente für und wider der Planungen interessieren dürften: Auf Initiative von Anwohnern aus der Langenbeckshöh, dem Rübenkamp, der Feuerberg- und der Hebebrandstraße haben rund 350 Hamburger ihren Namen auf eine Unterschriftenliste gegen den Bau des Busbetriebshofes und für den Erhalt der zirka 2.800 Bäume gesetzt. (ba)

Info:
Auf dem Gelände des Gleisdreiecks Alsterdorf – inmitten eines reinen Wohngebietes – soll ab 2019 ein neuer Busbetriebshof für 327 Linienbusse in Betrieb genommen werden. Doch bis es soweit ist, müssen für das höchst umstrittene Bauprojekt zunächst über sieben Hektar stadtklimatisch relevanter Wald, beziehungsweise mehr als 2.800 Bäume gerodet und der Busbetriebshof inklusive Verwaltungsgebäude und Parkhaus gebaut werden. Die Hochbahn geht bisher von einer Bauzeit bis zu drei Jahren aus. Wie lange sie tatsächlich dauert scheint offen - befürchtet die CDU. Das bedeute für Anwohner rund um das Gleisdreieck mehr als drei Jahre Baulärm und Schwerlastverkehr durch Baustellenfahrzeuge.
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1 Kommentar
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Rainer Stelling aus St. Georg | 20.01.2016 | 10:55  
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