Geschützte Stadtteile in Winterhude

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Die Backsteinbauten an Heidberg und Gottschedstraße aus den 1920iger und 1930iger Jahren werden voraussichtlich städtebauliches Erhaltensgebiet Foto: Hanke

Bürgerschaft setzt sich für Milieuschutz von Backsteinbauten ein

Von Christian Hanke
Winterhude/Alsterdorf
Winterhude bekommt ein weiteres städtebauliches Erhaltungsgebiet. Die Siedlung aus den 1920iger und 1930iger Jahren an der Straße Heidberg und Umgebung soll im Rahmen des Bürgerschaftlichen Ersuchens „Hamburgs Backstein-Erbe bewahren“ unter Milieuschutz gestellt werden. Ein entsprechender Aufstellungsbeschluss wird derzeit bearbeitet. „Städtebauliche Erhaltungsgebiete“ dienen dem Erhalt „städebaulicher Eigenart“ und sollen den Verlust „städtebaulich wertvoller Objekte“ verhindern. Der Rückbau, die Änderung oder die Nutzungsänderung baulicher Anlagen in städtebaulichen Erhaltungsgebieten bedürfen einer gesonderten Genehmigung, auch wenn das geltende Planrecht diese Vorhaben zulässt. Ob ein Bauvorhaben allerdings genehmigt wird oder nicht, wird im Verfahren über jede einzelne Baugenehmigung geprüft. Das besagte Gebiet am Heidberg wird durch die Barmbeker Straße, den Poßmoorweg, die Gottsched- und die Riststraße begrenzt. Geplant wurde es vom damaligen Oberbaudirektor Fritz Schumacher als Teil eines Rings neuer Wohnsiedlungen rund um die Innenstadt: „Gürtel um Hamburgs alten Leib“. Zeittypische Ziegelfassaden in geschlossener Blockbebauung mit begrünten Platzanlagen prägen dieses Quartier, dessen qualitätsvolles gestalterisches Ortsbild geschützt werden soll.

Wohnsiedlungen


Das Viertel rund um den Heidberg wäre nicht die erste Wohnsiedlung aus den 1920iger und 1930iger Jahren in Winterhude, die städtebaulich geschützt wird. Die Jarrestadt und das Backsteinquartier zwischen Braamkamp, Efeuweg und Lattenkamp sind bereits städtebauliche Erhaltungsgebiete. Letzteres wurde sogar noch um die Stadtvillen am Baumkamp und die gründerzeitlichen Etagenhäuser sowie die Stiftsgebäude zwischen Busse-, Himmel-, Alsterdorfer und Ohlsdorfer Straße erweitert. Hier sind auch noch ortstypisches kleinteiliges Gewerbe und erdgeschossige Läden vorhanden. Als erhaltenswürdig haben Stadtplaner aber auch ein so architektonisch unterschiedlich gestaltetes Gebiet wie das Areal zwischen Barmbeker Straße, Maria-Louisen-Straße, Klärchenstraße, Willistraße, Sierichstraße, Hudtwalckerstraße und Winterhuder Marktplatz im Westen von Winterhude erachtet. Hier finden sich mehrgeschossige Wohnhäuser aus der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert als auch Gebäude aus den 1920iger und 1930iger Jahren sowie eine Siedlung aus den 1950iger Jahren nahezu im Originalzustand mit zahlreichen Kulturdenkmälern und Denkmalensembles verschiedener Baualter. Aber auch das prachtvolle Winterhude darf nicht so ohne weiteres verändert werden. Die Bebauung am Alsterufer und den dahinter fließenden Kanälen bildet gemeinsam mit einem Teil von Uhlenhorst ebenfalls ein städtebauliches Erhaltungsgebiet. In Winterhude begrenzt durch die Alster bis zur Meenkwiese, von Bebelallee und Sierichstraße (mit zwei Einbuchtungen) sowie Körnerstraße. Geschützt werden hier freistehende Villen am Alsterufer sowie Reihenvillen und herrschaftliche Etagenhäuser. Damit sind schon fast alle Winterhuder Wohnflächen geschützt. Fehlt eigentlich nur noch das Altbauquartier rund um Mühlenkamp und Schinkelplatz.

Alsterdorfer Villen


In dem einzigen Erhaltensgebiet von Alsterdorf werden die Villen der Inselstraße und an der Straße Kugelfang zwischen Alsterkrugchaussee, Alster und Wilhelm-Metzger-Straße sowie die Backsteinsiedlung der 1920iger Jahre an Orchiedeenstieg, Enzianstraße und Alsterkrugchaussee geschützt.
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