Groß Borstel: Ärger über Haspa-Schließung

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Anwohner von Groß Borstel sind empört: Nur noch bis September 2017 soll die Haspa-Filiale in der Borsteler Chaussee 119 geöffent sein Foto: ch

Anwohner und Stadtteilpolitiker sind alarmiert. Ältere Menschen und 3000 neue „Tarpenbeker Ufer“-Bewohner werden ignoriert

Groß Borstel Die beabsichtigte Schließung der Haspa-Filiale in Groß Borstel schlägt hohe Wellen. Nachdem das Wochenblatt vor kurzem erstmalig von den Plänen der Hamburger Sparkasse berichtet hatte, ist der Stadtteil alarmiert. Es „irritiert die Hast, ohne konkrete Konzeption für die Zusammenlegung mit umliegenden Filialen schon einmal den Mietvertrag gekündigt zu haben“, ärgert sich Hans-Heinrich Nölke, der Vorsitzende des Kommunalvereins in Groß Borstel, in einem Schreiben an den Sprecher des Vorstands der Hamburger Sparkasse AG. Der Kommunalvereinsvorsitzende fragt in dem Schreiben auch, ob „die 2.000 bis 3.000 neuen Einwohner berücksichtigt wurden, die wenige hundert Meter von der Filiale entfernt im Groß Borsteler Neubaugebiet „Tarpenbeker Ufer“ zu erwarten sind?“. Schließlich fragt er: „Was wollen Sie den älteren Menschen im Stadtteil sagen, die ab Oktober 2017 mit dem Bus zum Tibarg oder nach Eppendorf beziehungsweise Winterhude fahren (sofern sie es überhaupt noch können) und dafür 5,60 Euro bezahlen müssen?“ Nölke führt auch 14 Institutionen aus Groß Borstel auf, die sein „Unverständnis über die geplante Schließung der hiesigen Filiale“ teilen. Darunter auch die CDU und die FDP Groß Borstel. „Diese Pläne sind auch unternehmerisch kurzsichtig. Für unsere magere Ladenzeile ist das brandgefährlich“, findet der in Groß Borstel wohnende Vorsitzende der CDU-Fraktion in der Bezirksversammlung Hamburg-Nord, Andreas Schott. Die FDP erachtet die Schließung als „unverständlich, da gerade Groß Borstels Einwohnerzahl in den nächsten Jahren durch Neubaugebiete und Zuzug von jungen Familien bedeutend zunehmen wird.“ Auch die SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Dorothee Martin kann sich mit der Entscheidung nicht anfreunden. In einem Brief an den Haspa-Vorstand schlägt sie statt eines Bankautomaten eine mobile Serviceeinheit vor. „Ich hoffe, die Haspa überlegt es sich noch einmal, diesen Standort ganz zu schließen“, so Martin. Wolfgang Jäger, engagierter Groß Borsteler, ist wütend: „Dem Stadtteil, der viele soziale Randgruppen bravourös integriert und in der Alten- und Behindertenarbeit ehrenamtlich hoch engagiert ist, wird durch die Schließung der Haspa Zweigstelle der Lebensnerv für die unbedingt notwendige Nahversorgungsstruktur abgeschnitten.“ (ch)

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