Groß Borsteler fordern: Bauprojekt mit 750 Wohnungen abspecken

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So sehen ersten Entwürfe der Wohnhäuser auf dem Gelände des früheren Güterbahnhofs Lokstedt aus Grafiken: BA Nord

Straße Kellerbleek werde zum Nadelöhr, befürchten viele Anwohner. Plan kann im Bezirksamt eingesehen werden

Von Christian Hanke

Groß Borstel. 750 Wohnungen will der irische Investor McGarrell Reilly Group auf dem Gelände des früheren Güterbahnhofs Lokstedt an der Güterumgehungsbahn und auf angrenzenden Kleingartenflächen bauen lassen. Viel zu viele Wohnungen meinen Borsteler Bürger. Vor allem, weil der Stadtteil die damit verbundene Zunahme des Autoverkehrs nicht verkraften könne.

Das Areal des Bebauungsplanes Groß Borstel 25 wird begrenzt von der Straße Kellerbleek, dem Tarpenbekwanderweg, der östlichen Grenze des Kleingartenvereins „Bahn-Landwirtschaft“ sowie der Bahntrasse. Uwe Schröder, der den Widerstand gegen das Mammut-Wohnprojekt im Namen einer Anwohnerinitiative koordiniert, fährt schweres Geschütz gegen die Planungen auf. Er sieht die Zunahme des Autoverkehrs als das Hauptproblem an. Schröder, der auch zum Kommunalverein in Groß Borstel gehört, befürchtet, dass ruhige Duchgangsstraßen wie die Brückwiesenstraße und der Lokstedter Damm regelmäßig verstopft sein werden: „Die Straße Kellerbleek, die einzige Zufahrt vom Nedderfeld zu dem riesigen neuen Wohngebiet, wird dann zum Nadelöhr. Die Ampelrotphase an der Einmündung Nedderfeld beträgt für die Autos aus Kellerbleek 70 Sekunden. Das wird zu ständigen Staus führen“, mutmaßt Uwe Schröder. Zumal gleich nebenan das Bauhaus seine Verkaufsfläche verdoppeln wolle.

Kritik an dicht stehenden Wohntürmen

Die Planer rechnen mit einer Zunahme des Autoverkehrs um 42 Prozent. „Das ist vollkommen falsch. Es werden viel mehr Autos werden“, ereifert sich Uwe Schröder, der auch in den Planungen für das neue Wohngebiet „Fehleinschätzungen“ sieht. „In dem Konzept steht, dass Groß Borstel durch den öffentlichen Nahverkehr gut angebunden sei. Genau das ist nicht der Fall. Die Metrobuslinie ist aber schon jetzt ständig überfüllt“, stellt Schröder fest. Auch die Wohnungen seien schlecht geplant: „Es werden nebeneinander stehende Wohntürme, die sich gegenseitig verschatten und nach Norden ausgerichtet sind. Die werden jetzt schon von Maklern für bis zu 4000 Euro pro Quadratmeter angeboten.“ Schröder vermutet, dass sich diese Wohnungen nur Besserverdienende leisten können, die dann auch zwei Autos pro Wohnung haben und damit zur Arbeit fahren. „Das passt dann nicht zum Stadtteil“, findet er. 350 Wohnungen wären verkraftbar, meint Uwe Schröder stellvertretend für viele Borsteler.

Der Bebauungsplan Groß Borstel 25 liegt seit Montag im Bezirksamt Nord, Kümmellstraße 7, aus. Die öffentliche Auslegung des Bebauungsplans ist die 2. Stufe der vorgeschriebenen Bürgerbeteiligung. Sie endet am 3. Januar 2014.
Nur innerhalb dieser Fristen können interessierte und betroffene Bürger schriftliche Stellungnahmen einreichen, die der Bezirk dann bearbeiten und beantworten muss. Nur wer eine schriftliche Stellungnahme eingereicht hat, hat später nach Erteilung des Bebauungplanentscheides das formale Recht, dagegen vor Gericht zu klagen.
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