Gute Inklusion in Hamburg gefordert

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10.000 gültige Unterschriften: Die Volksinitiative „Gute Inklusion für Hamburgs Schüler“ hat die erste Hürde auf dem Weg zum Volksentscheid genommen Screenshot: gute-inklusion.de

Initiative reicht beim Senat 10.000 gültige Unterschriften ein

Hamburg Die Volksinitiative „Gute Inklusion für Hamburgs Schüler“ hat die erste Hürde auf dem Weg zum Volksentscheid genommen. Der Senat hat nach Prüfung der eingereichten Unterstützer-Listen durch das Bezirksamt Hamburg-Mitte festgestellt, dass die erforderliche Zahl von 10.000 gültigen Unterschriften erreicht wurde – insgesamt sind nach Angaben der Initiative rund 24.000. Die Bürgerschaft hat nun bis zum 1. November Zeit zu erklären, ob sie das Anliegen übernimmt oder in Verhandlungen einen Kompromiss mit den Initiatoren erzielt. Falls das nicht der Fall sein sollte, folgt ein Volksbegehren. Am 11. Juli wird die Initiative ihre Ziele in einer Anhörung vor dem Schulausschuss der Bürgerschaft vorstellen. Babette Radke von „Kids Hamburg“ – deren Arbeit hauptsächlich im Zeichen von Kindern mit Down-Syndrom steht – hofft auf eine Einigung: „Wir haben gezeigt, dass viele Hamburger hinter uns und unseren Ideen stehen. Jetzt müssen wir nur noch einen gangbaren Weg für beide Seiten finden“, sagt sie und zeigt sich kompromissbereit – schließlich müsse nicht alles auf einen Volksentscheid hinauslaufen. Für den sind dann allerdings innerhalb von nur drei Wochen mehr als 60.000 Unterschriften nötig.

Bessere Ausstattung der Schulen

Kernforderung der Initiative ist eine bessere Ausstattung der Schulen mit Lehrkräften, die vor allem den Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf in den Bereichen Lernen, Sprache sowie soziale und emotionale Entwicklung (LSE) zugutekommen soll. Alles in allem fordert die Initiative rund 600 bis 650 zusätzliche Lehrerstellen an den allgemeinbildenden Schulen für den inklusiven, also einschließenden Unterricht von Kindern mit und ohne Förderbedarf. Die Schulbehörde hat seit dem Start der Inklusion vor fünf Jahren 178 Lehrerstellen für diesen Bereich zusätzlich geschaffen. Insgesamt stehen für den gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Beeinträchtigungen 1169 Stellen zur Verfügung. Von dem im Schulgesetz verankerten Recht auf Inklusion machen die Eltern mittlerweile umfassend Gebrauch. 70 Prozent der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf besuchen eine Grund-, Stadtteilschule oder in seltenen Fällen ein Gymnasium statt einer Sonderschule. (to)

Weitere Infos: Volksinitiative „Gute Inklusion für Hamburgs Schüler“
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