Guter Rad ist hier noch teuer

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Bushaltestellen wie hier am New-York-Ring sollen modernisiert werden Foto: Flüß
 
Auch die vorhandenen Radwege im westlichen Überseering werden überplant Foto: Flüß

Planungen für City Nord bei Parteien umstritten. Passanten und Radfahrer sollen sich Wege teilen

Winterhude Das Busbeschleunigungsprogramm läuft auf Hochtouren: Auch die Metrobuslinie 20 soll schneller werden. Im Streckenverlauf zwischen Rübenkamp und Altona sind deshalb Vorrangschaltungen an Ampeln, zusätzliche Abbiegespuren zur Stauvermeidung, Umbau von Kreuzungen und der Neubau von Bussonderfahrstreifen vor kritischen Kreuzungen geplant.
In der City Nord sollen die Bushaltestellen Manilabrücke, Sydneystraße und New-York-Ring modernisiert werden. „Dies beinhaltet unter anderem die Herstellung der Barrierefreiheit, die Anpassung der Wartebereiche und die Verlängerung der Haltestellen für den möglichen Einsatz  längerer Busse“, so Helma Krstanoski von der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI). Dabei werden auch die Radwege im Bereich der Haltestellen überplant. Hierfür ist der Bezirk Hamburg-Nord verantwortlich, der gegenwärtig für den westlichen Bereich des Überseerings ein neues Radwege- und Parkraumkonzept erstellt.
Wann mit den Baumaßnahmen begonnen wird und inwiefern Einschränkungen für den Verkehr zu erwarten sind, ist derzeit noch nicht absehbar, da die BWVI die Anpassung der Bushaltestellen auf das Radwegekonzept abstimmt: „Da die Bezirksplanungen noch nicht vorliegen, sind Zeitangaben zum weiteren Ablauf gegenwärtig nicht möglich“, so Krstanoski. Da für die Maßnahmen nur begrenzte bezirkliche Mittel zur Verfügung stehen, soll der Umbauaufwand entsprechend minimiert werden. Für die Sicherheit der Radfahrer müsse aber das hohe Aufkommen parkender Autos berücksichtigt werden. Die Reduzierung auf eine Fahrspur soll eine verkehrsberuhigende Wirkung erzielen: Auf den mittleren und rechten Fahrstreifen soll das Schrägparken eingeführt werden, der linke Fahrstreifen bleibt den fahrenden Autos vorbehalten. Der Radweg zwischen Hebebrandstraße und Sydneystraße soll dem vorhandenen als „nicht benutzungspflichtiger Radweg“ angepasst werden. Zwischen Sydneystraße und Jahnring soll mit dem Bau eines Gehweges, auf dem das Radfahren freigegeben ist, eine sogenannte Servicelösung umgesetzt werden. Kritik kommt von den Grünen: „Die Pläne für den Umbau der Bushaltestellen im Überseering sehen in Bezug auf den Radverkehr bisher nur vor, dass dort der veraltete Status Quo saniert wird. Dabei sind die Radwege ohnehin nicht mehr benutzungspflichtig. Wir finden es daher sinnvoller, wenn das Bezirksamt nun wie vom Regionalausschuss beschlossen plant, wie man Verbesserungen für den Radverkehr erzielen kann. Die Auswirkungen auf alle anderen Aspekte des Straßenverkehrs wie Parkplätze und Fahrstreifen etc. werden dabei natürlich auch geklärt“, so Michael Schilf, Sprecher der Grünen in Winterhude.
Die Bürgerinitiative „Unser Winterhude“ begrüßt die Förderung des Radverkehrs, lehnt aber das Schrägparken ab: „Die drei Fahrspuren können nur wie folgt aufgeteilt werden: Parkstreifen in Längsrichtung unterbrochen durch die Bushaltestellen auf der rechten Fahrspur, rot markierte Radfahrstreifen auf der mittleren Fahrspur und Fahrstreifen auf der linken Fahrspur“, so Sprecher Bernd Kroll. Die bisherigen Radwege sollten aufgehoben und mit Straßenbäumen bepflanzt werden. Die Initiative fordert außerdem, dass auf die Schaffung von ausreichendem Parkraum geachtet werden soll.
Die CDU, die das Busbeschleunigungsprogramm laut verkehrspolitischem Sprecher Christoph Ploß „als sinnlose Geldverschwendung“ ablehnt, unterstützt die Pläne des Bezirksamtes „da diese Variante den sicheren Radfahrern die Möglichkeit bietet, zügig auf der Fahrbahn zu fahren und unsichere Radfahrer die Möglichkeit haben, die Nebenflächen zu benutzen.“ (flü)
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