Gutes Essen für wenig Geld

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Freuen sich, dass sie ihre Suppe nun auslöffeln können: Initiatorin Miriam Krohn und Pastor Wolf Schröder-Micheel Foto: flü

Quartiers-Mittagstisch „Winterhuder Tischnachbar“ hat eröffnet

Winterhude Im Stadtteil findet man ab sofort immer einen netten Tischnachbarn: Am 5. Februar feierte der Quartiers-Mittagstisch „Winterhuder Tischnachbar“ im Gemeindehaus der Matthäuskirche, Bei der Matthäuskirche 6, Premiere.
Aufgetischt wurden eine vegetarische Porreesuppe und Apfelkuchen zum Nachtisch. Frische, gesunde Gerichte inklusive Nachtisch kommen ab sofort jeden Montag, Mittwoch und Freitag von 12 bis 14 Uhr zum Preis von vier Euro auf den Tisch. Menschen mit nachweislich geringen Einkommen oder Renten essen für nur drei Euro. Mindestens genauso wichtig wie eine gute, günstige Mahlzeit ist aber ein netter Tischnachbar, denn Essen in Gesellschaft ist einfach schöner. Deshalb stehen auch das soziale Brückenbauen sowie Unterstützungs- und Beratungsangebote im Mittelpunkt des Mittagstisches. „Aufgrund des demografischen Wandels benötigen immer mehr Menschen Unterstützung, möchten aber ihre Würde bewahren“, weiß Initiatorin Miriam Krohn von Q8, einem Projekt zur Quartierentwicklung der Evangelischen Stiftung Alsterdorf, gefördert durch die Nordmetall-Stiftung und Aktion Mensch.
„Jeder Mensch kann etwas geben und jeder Mensch braucht etwas!“ Entstanden ist der Tischnachbar als Idee im April 2014 ausgehend von einer Quartiers-Analyse von Q8. Diese kam zu dem Ergebnis, dass viele ältere Stadtteilbewohner Angst hatten, sich das Wohnen in Winterhude zukünftig nicht mehr leisten zu können und sich Gedanken über das Leben im Alter machten. Der Stadtteil hat sich in den
vergangenen Jahren zu einem teuren Pflaster entwickelt. Durchschnittlich 11 Euro kalt werden bei Neuvermietungen pro Quadratmeter fällig, das durchschnittliche Preisniveau von Eigentumswohnungen stieg innerhalb der letzten vier Jahre um 42 Prozent von 2.657 auf 3.763 Euro heißt es im Stadtteilprofil von Q8. „Die Analyse hat gezeigt, wo im Stadtteil der Schuh drückt“, fasst Wolf Schröder-Micheel zusammen. Der Pastor der Matthäuskirche stellt den Raum im Gemeindehaus für den Tischnachbarn zur Verfügung. Hier hat es schon einmal einen Mittagstisch gegeben. „Es ist super, dass die Idee wieder aufgegriffen wurde“, freut sich der Pastor. Geliefert wird das Essen frisch vom Kooperationspartner Pottkieker, Mittagsgäste sind ohne Voranmeldung willkommen. „Das wird am Anfang vielleicht noch etwas holprig mit der Mengenplanung“, vermutet Miriam Krohn und erinnert sich lachend an die ersten Schritte auf dem Weg zum Quartiersmittagstisch. „Keiner von uns hatte Gastronomie-Erfahrung.“ Am Eröffnungstag kam das Essen reibungslos auf die Tische, an denen ein bunt gemischtes Publikum aus Winterhudern seine Suppe löffelte. (flü)
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