Hamburg: 2.500 gegen geplanten Abriss

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Protest der Schule St. Nikolai gegen die geplante Verkleinerung: Kinder hielten vor dem Bezirksamt ein Spruchband und selbst gemachte Plakate Fotos: ch

Kinder und Eltern der Grundschule St. Nikolai protestierten vorm Bezirksamt

Eppendorf Aufstand vor dem Bezirksamt Hamburg-Nord: Rund 50 Schülerinnen und Schüler der benachbarten Grundschule St. Nikolai hatten sich in der vorigen Woche mit einem Spruchband vor der Regionalverwaltung an der Kümmellstraße aufgebaut. „Kein Abriss für Luxuswohnungen! Wir haben ein Recht auf Schule und Schulhof“ stand da zu lesen. Ausdruck des Protests der Eltern gegen den geplanten Abriss und Neubau der Schule auf kleinerer Fläche (das Wochenblatt berichtete). Anke Strade, Vorstandsmitglied des Elternrats der Schule, übergab Bezirksamtsleiter Harald Rösler rund 2.500 Unterschriften gegen die Pläne eines Investors, der auf Flächen der Schule und des Bezirksamtes 300 Wohnungen bauen möchte. Rösler nahm sie freundlich entgegen, zeigte sich aber verärgert über die „Instrumentalisierung von Kindern“ für den Widerstand der Eltern und verwies außerdem darauf, dass hier nicht nur Luxuswohnungen gebaut würden, und dass mit dem Abriss ja die Schule nicht verschwinden würde. Die derzeitige Planung sieht 30 Prozent geförderten Wohnungsbau vor.

Turnhalle als Lärmschutz?

So äußert sich auch Nikolaus Ditting, einer der drei Geschäftsführer der Richard Ditting GmbH & Co KG, die das Gelände des Bezirksamtes erworben hat und auch auf dem städtischen Schulgrundstück bauen möchte. „Wir müssen wieder das sachliche Gespräch suchen“, findet Ditting, der die Auseinandersetzung um die Zukunft der Schule St. Nikolai derzeit als zu emotional empfindet. Er glaubt, dass die Schule durch die vorgestellte Planung bessere Bedingungen erhält. „Der Schulhof wird viel ruhiger. Die neue Turnhalle an der Lenhartzstraße wird wie eine Lärmschutzwand wirken“, erläuterte Ditting. Die Eltern befürchten dagegen, dass sich der Lärm im Schulhof zwischen Turnhalle und dem neuen dreistöckigen Schulgebäude wie in einem Trichter verstärken wird. Die verkleinerte Schulhof-Fläche reiche auch für 460 Schülerinnen und Schüler noch aus, hat Ditting ausgerechnet. Für seine Pläne führt er ins Feld: „Viele Menschen wollen hier wohnen.“ Nach der Sommerpause möchte er mit den Eltern der Schule St. Nikolai über alle Kritikpunkte an seiner Planung ins Gespräch kommen. Auch Bezirksamtsleiter Rösler setzt auf weitere Gespräche - und auf Schulexperten. „Wir erlauben uns kein Urteil über pädagogische Ziele“, sagte Rösler dem Wochenblatt. „Die Schulbehörde hat noch keine abschließende Haltung zu konkreten Vorschlägen entwickelt“, sagte Behördensprecher Peter Albrecht. „Klar ist aber“, so Albrecht, „dass die Interessen der Schule vorrangig sind.“ (ch)

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