Hamburg: Alsterschwimmen liegt im Trend

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Sieht zwar aus wie im offiziellen Bad, ist aber „nur“ der Winterhuder Kai

Was nicht verboten ist, ist erlaubt. Worauf man beim Baden jedoch achten sollte

Von Miriam Flüß
Hamburg. „Ich habe meinen Pool direkt vor der Haustür,“ freut sich Sandra Enderwitz. Die Diplom-Geographin aus Eppendorf taucht fast täglich in der Mittagspause oder am Feierabend zur Erfrischung in die Alster. Vom Steinplateau an der Meenkwiese aus schwimmt sie eine große Runde zum Winterhuder Ufer und zurück. „Das Wasser ist ganz samtig und trägt einen sogar, obwohl es kein Salz enthält“, schwärmt sie und lässt sich auf dem Rücken treibend die Sonne ins Gesicht scheinen.

„Als ich vor zwei Jahren angefangen habe hier schwimmen zu gehen,
war ich noch eine Exotin. Jetzt habe ich ganz viele Mit-Schwimmer.“ Sandra Enderwitz, Eppendorf


„Als ich vor zwei Jahren angefangen habe, hier schwimmen zu gehen, war ich noch eine Exotin. Jetzt habe ich ganz viele Mit-Schwimmer.“ Von der Mauer am gegenüber liegenden Winterhuder Kai und von der Fährhausbrücke springen derweil junge Männer mit Köpfern und kunstvollen Salti ins Wasser. Zwischen Stand Up Paddlern und Kanuten ziehen weitere Schwimmer ihre Bahnen. Wer nicht von der Meenkwiese aus abtaucht, watet vom Haynspark aus durch den Schlick in die Alster oder steigt über die Leitern am Winterhuder Kai in die Fluten.

Gefahr durch Blaualgen

Die Wasserqualität ist nach Auskunft der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) gut. Nach starken Regenfällen könnten die bakteriologischen Grenzwerte aufgrund von Sielüberläufen jedoch überschritten werden. Aber: „Zurzeit entwickelt sich in der Alster eine Blaualgenblüte. Sollte es in Abhängigkeit von der Wetterlage zu einer Massenentwicklung der Blaualgen kommen, kann es bei Kontakt zu Hautreizungen und beim Verschlucken zu Übelkeit und Erbrechen führen. Dann sollten weder Mensch noch Hund in der Alster baden“, warnt die BSU. Aber darf man überhaupt in der Alster schwimmen?

Große Verantwortung

„Es ist alles erlaubt, was nicht verboten ist“, sagt Bernd Klages vom Wasserschutzkommissariat dazu. Solange die Berufsschifffahrt nicht beeinträchtigt und keine Naturschutzgebiete betreten würden, spräche nichts gegen die Abkühlung. Klages betont aber, dass die Schwimmer eine große Verantwortung tragen: „Sie sollten auf die Freizeitschifffahrt achten.
Kanufahrer können die Köpfe im Wasser schlecht sehen.“. Stefan Mager, Betriebsleiter der Alstertouristik rät vom Baden ab: „Die Alster ist nicht zu unterschätzen. Gegen einen Alsterdampfer hat ein Schwimmer keine Chance und die Sichttiefe beträgt höchstens 20 Zentimeter. Wenn jemand untergeht, ist er schwer zu orten.“ Auch die Uferbefestigungen würden unter den Badenden leiden. (wb)
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