Hamburg: Eppendorfer Moor wächst

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Das Eppendorfer Moor bietet Lebensraum für seltene Pflanzen- und Tierarten Fotos: Hanke

Naturschutzgebiet wird um zwei Drittel erweitert und so dauerhaft vor Bebauung geschützt

Von Christian Hanke
Hamburg. Frohe Kunde für alle Naturfreunde - insbesondere für alle aus Groß Borstel. Das Naturschutzgebiet Eppendorfer Moor, mit 15,3 Hektar eines der kleinsten in Hamburg, soll um zwei Drittel seiner bisherigen Fläche auf dann insgesamt 26 Hektar erweitert werden. Damit werden alle Flächen des Wald-,
Wiesen- und Wassergebietes zwischen Alsterkrugchaussee, Klotzenmoor und dem Weg 173 bis zu den angrenzenden Kleingärten künftig zu dem Naturschutzgebiet zählen. Derzeit sind davon die Waldflächen entlang der Alsterkrugchaussee und im Eckbereich dieser Straße mit der Borsteler Chaussee und der Straße Klotzenmoor ausgenommen. Hinzu kommt außerdem eine renaturierte ehemalige Kleingartenfläche am Weg 173 und Klotzenmoor. Wertvolle Biotope und Entwicklungsflächen im Umfeld des bisherigen Naturschutzgebietes werden damit in den Naturschutz mit einbezogen.
Der Senat hat eine entsprechende Verordnung vorbereitet und eine öffentliche Auslegung und eine Beteiligung von Verbänden beschlossen. Damit folgt der Senat einem Beschluss der Bezirksversammlung Hamburg-Nord vom 6. November 2012 auf Antrag von SPD und FDP zur Erweiterung des Naturschutzgebietes Eppendorfer Moor.

25 Libellenarten

Vielgestaltige und reich strukturierte Moorkomplexe mit Schilfröhricht, Schlankseggen-Ried, Pfeifengras und Weiden-Faulbaum-Gebüsch auf engem Raum zeichnen das Eppendorfer Moor aus. Viele Brutvogelarten haben hier ihren Lebensraum gefunden. In den letzten zehn Jahren konnten Zwergtaucher, Eisvogel, Grauschnäpper, Grünspecht, Kleiber und Sumpfmeise nachgewiesen werden. Ebenso Fledermausarten, 641 Schmetterlings- und 25 Libellenarten. Ferner wurden der seltene Moorfrosch, der Gras- und Wasserfrosch sowie der Teichmolch beobachtet.

Betreten verboten

Die geplante Verordnung sichert das Eppendorfer Moor als Ganzes dauerhaft vor Wohnbebauung und intensiver „naturschutzfachlich kontraproduktiver“ Freizeitnutzung. Das Betreten der Flächen außerhalb der Wege ist schon jetzt verboten. Gudrun und Wolfgang Jäger, langjährige Groß Borsteler, sind begeistert. „Das ist toll, wie die Stadt nachverdichtet und so etwas wie dieses Moor trotzdem erhält“, lobt Wolfgang Jäger, der auch in Groß Borstel aufgewachsen ist. „Der Abendspaziergang meiner Eltern ging immer ins Moor. Das hat etwa Uriges, ist eine ganz andere Welt als die Umgebung“, erzählt Jäger, der auch findet, dass der Schutz des Moores gerade jetzt von Bedeutung sei, weil der Druck durch Bebauung „von allen Seiten wächst“. Nur die Hunde müssten angeleint werden, merkt Gudrun Jäger kritisch an. Und auch ihr Mann findet noch Verbesserungsmöglichkeiten: „Schade, dass es nicht Borsteler Moor heißt.“
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