Hamburg: Er zahlt, wenn Sie gucken

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Norman Gagg (39) zeigt den Film „Earthlings“ im Abaton über Misshandlungen von Tieren. Wer durchhält, erhält nicht nur sein Geld zurück, sondern 10 Euro dazu Fotos: Hanke/thinkstock
 

Veganer: Zuschauer bekommen 10 Euro nach Aufklärungs-Film „Earthlings“

Von Christian Hanke
Hamburg. Ins Kino gehen und Geld bekommen? Der Winterhuder Norman Gagg macht´s möglich, weil er ein Überzeugungstäter ist, für die Tiere. Am 21. November um 17.30 Uhr ist es im Abaton-Stadtteilkino soweit. Dann läuft der Film „Earthlings“, eine Dokumentation, die schonungslos über die ganz normale „Verarbeitung“ von Tieren für Fleisch, Wolle und Leder informiert. Der Eintritt kostet zehn Euro. Aber, wer den Film bis zum Ende guckt, bekommt von Norman Gagg 20 Euro zurück! „Ich möchte, dass die Menschen informiert werden, wie massenhaft grausam mit Tieren umgegangen wird“, erzählt der freundliche Veganer, der so nichts von einem überzeugten Missionar an sich hat. Mission ist seine Sache auch nicht, nur Information. Darum hat er sich für „Earthlings“ entschieden, einen 2005 gedrehten Film von Shaun Monson mit Hollywood-Schauspieler Joaquin Phoenix als Sprecher. „Earthlings informiert nur, aber der Film zeigt sehr deutlich, wie es in der Tierindustrie zugeht“, erläutert Gagg, der die Rechte an dem Film erworben hat, um ihn in Kinos zu zeigen. Am 5. September fand die Deutschland-Premiere im Abaton statt. Fünf Jahre brauchte Regisseur Monson für seine Undercover-Aufnahmen in Schlachthöfen und Tierheimen, die er Betrachtungen zur Leder- und Pelzindustrie, zur Sport- und Unterhaltungsindustrie und zu medizinischer und wissenschaftlicher Nutzung gegenüberstellt.
Norman Gagg sah im Alter von zehn Jahren einen Film über Tierquälerei und ist seitdem ein Anwalt der Tiere. Gagg verzichtete auf alle Speisen aus Tierprodukten, ist ein Veganer. „Das war ganz allein meine Überzeugung. Meine Eltern hatten damit nichts zu tun“, betont der Winterhuder, der hier auch aufgewachsen ist und von seinem Stadtteil schwärmt: „Ich fühle mich hier sehr wohl. Es ist ein sehr schöner Stadtteil.“ Insbesondere die Nähe zum Stadtpark liebt Gagg.

„Vegan leben reicht nicht“

Irgendwann vor drei Jahren hatte der 39-jährige Gymnasiallehrer (Geographie und Englisch) das Gefühl, es reicht nicht, nur vegan zu leben. „Ich wollte aktiv etwas für den Schutz der Tiere tun. Das Wichtigste erschien mir, zu informieren“, erzählt Norman Gagg. Wenn die Menschen wissen, wie grausam mit Tieren umgegangen wird, dann werden sie auf Fleischkonsum und Kleidung aus Wolle oder Leder verzichten, so seine Überlegung. „Niemand muss sich von Tieren ernähren. Tiere werden nicht für notwendige Ernährung, sondern nur zum Genuss gezüchtet. Die Tierhaltung benötigt so viel Getreide, dass die Natur, zum Beispiel die Regenwälder, gefährdet sind“, lauten seine Überzeugungen.
Außerdem sei vegane, oder zumindest vegetarische Ernährung viel gesünder als Fleischkost. „Die drei Volkskrankheiten Krebs, Herzinfarkt und Schlaganfall werden durch den Konsum von Tierprodukten mit verursacht“, ist Norman Gagg überzeugt. Vegan, so der Tierfreund, könne das so gut wie nicht passieren. Am 21. November können Zuschauer sich davon überzeugen, wie „mit Tieren umgegangen wird“. Um 17.30 Uhr im Abaton-Kino, Allende-Platz 3 (Grindelhof). Für zehn Euro. Und hinterher gibt‘s 20 Euro zurück.
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Antonietta Tumminello aus Ahrensburg | 22.11.2014 | 08:55  
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