Hamburg: Futtern wie bei Luthern

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Wie bei Luthern: Susanna d´Amato zerstampft die Gewürze im Mörser Foto: Hanke

Köchin Susanna d‘Amato sorgt für einen sinnenfreudigen Reformationstag

Eppendorf Kennen Sie den „Nonnenfurz“? Das ist kein anstößiger Ausdruck aus dem Mittelalter, sondern ein köstliches Gericht aus Martin Luthers Zeiten. Ein kleiner Krapfen, aus zwei Eiern, Mehl, Salz und geriebenen Mandeln, Weißwein, Eigelb und Honig gefertigt. Susanna d`Amato wird ihn am 31. Oktober und 10. November in der Evangelischen Familienbildung, Loogeplatz 14-16, servieren. An diesen beiden Tagen steht dort „Futtern wie bei Luthern“ auf dem Programm. Liesl Amelingmeyer, die Leiterin der Eppendorfer Familienbildung, kam auf die Idee, ´mal nachzukochen, was bei Luthers auf den Tisch kam.
Einflüsse aus Rom
„Das ist sehr spannend, weil Luther von seinen Reisen Einflüsse aus Rom mitbrachte. Bei Luther und seiner Frau Katharina von Bora, die Köchin war, wurde daher viel aus der lombardischen Küche gekocht“, erzählt die Leiterin der Familienbildung. Das bedeutet viele Gewürze, viel Käse, Eier und Schmalz. „Bekannt ist die lombardische Suppe, eine Fleischbrühe mit Emmentaler und vielen Gewürzen“, erzählt Susanna d´Amato, die viele Kochkurse bei der Familienbildung am Loogeplatz leitet. Als Italienierin fühlte sie sich gleich von der Idee, Luthers Gerichte zu kochen, angesprochen. Sie hat aus den alten Rezepten ein leicht modernisiertes Programm zusammengestellt. „Man muss die Rezepte erst einmal ausprobieren, weil in den alten Quellen oft Mengenangaben fehlen“, berichtet die Köchin, die seit 25 Jahren in Deutschland lebt. Außerdem fügt sie behutsam Neues hinzu, wie zum Beispiel Parmesan, der in der lombardischen Suppe den Emmentaler ersetzt. „Parmesan hat sich aus Emmentaler entwickelt“, erläutert die Köchin, die sich aber gerade in der Art der Zubereitung an den alten Rezepten orientiert. Die Gewürze stampft sie im Mörser und alle Zutaten werden mit dem Messer kleingeschnitten.
Pastor liest
Luthertexte

Die lombardische Küche wurde bei Familie Luther mit deftiger Kost aus Deutschland gemischt. So wird Susanna d´Amato eine gefüllte Ente mit Pflaumen zubereiten. Außerdem stehen Fleischpastete und Bohnenpüree auf dem Kochprogramm. Und nachdem alles fertig ist, und die Kochkursteilnehmer das gerade Zubereitete zu sich nehmen, wird Pastor Ulrich Thomas von der Eppendorfer Martinuskirche beim Essen von und über Luther und seine Zeit vorlesen: Ein runder Abend aus der Zeit der Reformation. Natürlich am 31. Oktober, dem Reformationstag, von 18 bis 22 Uhr. Kosten incl. Lebensmittelumlage: 26 Euro. Wer Lust hat, mitzukochen, kann sich unter t 460 790 19 oder auf der Internetseit www.fbs-eppendorf.de anmelden. Ein zweiter Termin findet am Montag, 10. November, ebenfalls von 18 bis 22 Uhr statt. (ch)
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