Hamburg: Gegen Raser auf der Anscharhöhe

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Die Kita-Kinder Carl und Helena (beide 4 Jahre) hatten extra Schilder gebastelt Fotos: Grell

Mieterbeirat der Stiftung Anscharhöhe hatte zur Demo auf dem Stiftungsgelände aufgerufen

Hamburg. Auf dem gesamten Gelände der St. Anschar-Stiftung darf man nicht schneller als mit zehn Stundenkilometern unterwegs sein. Egal, ob man eine eilige Lieferung bringt, die Kinder noch schnell bei der Kita absetzen muss oder gerade jemanden besuchen möchte, „die Geschwindigkeitsbegrenzung hat ihren Sinn und muss deshalb unbedingt eingehalten werden“, betonen die Bewohner, die am vergangenen Freitag für ihr Anliegen demonstrierten.
Kinder, Senioren und Menschen mit Behinderungen machen die Bewohner auf der Anscharhöhe aus und da sei die Reaktionszeit entsprechend länger und die Unfallgefahr wesentlich höher als bei anderen Verkehrsteilnehmern. Da trotz der Beschilderung der Geschwindigkeitsbegrenzung immer wieder Fahrzeuge mit überhöhter Geschwindigkeit über das Gelände rasen, hatte der Mieterbeirat sich schon im Frühjahr zu ersten Aktionen entschieden. Mit selbstgebastelten Plakaten gingen die Bewohner über die „Rennstrecke“, um auf sich aufmerksam zu machen. „Leider mit geringen Erfolgen“, bedauert Barbara Reichel vom Beirat. Deshalb sind die Anwohner jetzt noch einen Schritt weitergegangen und haben die Polizei um Hilfe gebeten. Mit einem Tempomessgerät hat Stadtteilpolizist Wilm Böwig das Gelände überwacht.
Bei über 400 Fahrzeugen, die durchschnittlich hier das Gelände passieren, haben die Mieter auf der Anscharhöhe erhebliche Geschwindigkeitsüberschreitungen festgestellt und können von verschiedenen Situationen berichten, bei denen es beinahe zu Unfällen gekommen wäre. „Wie soll ein Mensch, der beim Laufen eingeschränkt ist, dann auch noch einem rasenden Autofahrer ausweichen?“, fragt sich Horst Hell, der bei der Demo dabei war. Auch die Kids der Kita Baumhaus, die direkt an der Einfahrt zum Gelände liegt, hatten für die Demonstration Schilder gebastelt, um auf die Missstände auf der Anscharhöhe hinzuweisen. „Ein dreister Autofahrer, der beinahe eine Rentnerin umgefahren hätte, hat dann das Fass zum Überlaufen gebracht“, berichtet Gisela Feddersen, die nun durch die neuen Aktionen endlich auf Einsicht bei den Autofahrern hofft. „Wir Fußgänger sind eben immer in der schwächeren Position“, appellieren die Menschen von der Anscharhöhe auf mehr Rücksichtnahme. Auch auf dem Sommerfest wollen die Mieter nochmal darauf hinweisen. (kg)

Sommerfest „International“ Anscharhöhe, 30. August, 14.30 Uhr - 17.30 Uhr
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