Hamburg: Geschichte live erleben

Anzeige
Im Röhrenbunker am Ernst-Thälmann-Platz werden Texte von Wolfang Borchert gelesen Foto: Hanke

Am Sonntag, 5. Oktober, laden die Geschichtswerkstätten zum Tag der offenen Tür

Hamburg. Sie erforschen die Geschichte ihrer Stadtteile und dokumentieren die Ergebnisse in Form von Büchern, Rundgängen und Ausstellungen. Aber am Sonntag, 5. Oktober, präsentieren sich alle Hamburger Geschichtswerkstätten als Einheit. Zum ersten Mal wird ein Tag der Geschichtswerkstätten veranstaltet. In jeder Einrichtung werden zwar verschiedene, auf den jeweiligen Stadtteil bezogene Veranstaltungen angeboten, doch der gemeinsame Auftritt an ein- und demselben Tag soll die Verbundenheit untereinander und die Tatsache demonstrieren, dass alle 20 Hamburger Geschichtswerkstätten in einem Verband organisiert sind, der ein gemeinnütziger Verein ist. Hakim Raffat, bislang einer der Leiter des Stadtteilarchivs Eppendorf, wird sich ab 2015 ganz der Verbandsarbeit widmen. „Die Verbandspolitik ist notwendig, um das Image der Geschichtswerkstätten zu verbessern“, erläutert Raffat. Und um gegenüber der Stadt geschlossen auftreten zu können. Die Werkstätten sind seit Jahren unterfinanziert. Viele erhalten nur Zuschüsse von einigen Tausend Euro pro Jahr. Ohne ehrenamtliche Mitarbeit könnte keine Geschichtswerkstatt existieren. Das Stadtteilarchiv Eppendorf gehört mit 30.000 Euro schon zu den besser Gestellten. Ehrenamtliche Mitarbeit ist aber auch hier unabdingbar. Alle Hamburger Geschichtswerkstätten erhalten zusammen 430.000 Euro.
Außerdem wächst der Leistungsdruck auf die meistens in den 1970er und 1980er gegründeten Stadtteileinrichtungen. Die auf das Lokale ausgerichtete Forschung und Präsentation ist kein Alleinstellungsmerkmal der Geschichtswerkstätten mehr, sondern hat Eingang in die historische Forschung und deren Präsentation gefunden. Ebenso die Befragung von Zeitzeugen, die Oral History. „Wir müssen top sein“, erläutert Hakim Raffat, denn zum Beispiel Rundgänge durch die Stadtteile führen schon lange nicht mehr nur Geschichtswerkstätten durch.
Das Kulturhaus Eppendorf lädt daher am Tag der Geschichtswerkstätten um 11.30 Uhr zu einem ganz besonderen Rundgang ein: „Orte und Worte“. Pastor Veit Butler von St. Martinus zitiert auf einem geschichtlich-spirituellen Rundgang die Bibel, beschreibt bestimmte Orte in Eppendorf mehr spirituell als nüchtern-historisch. Von 14 bis 16.45 Uhr können Archiv und Bibliothek des Stadtteilarchivs hinterm Kulturhaus, Julius-Reincke-Stieg 13a (früher Martinistraße 40), besichtigt werden. Um 17 Uhr werden im Röhrenbunker am Ernst-Thälmann-Platz, der „Subbühne - ein anderes Mahnmal für Wolfgang Borchert“, Texte des Eppendorfer Dichters gelesen. Um 19 Uhr zeigt Hakim Raffat Diaprojektionen im Kellinghusenspark, zwischen U-Bahnhof Kellinghusenstraße und Eppendorfer Landstraße, über den Park und seine Umgebung. (ch)
Anzeige
Anzeige
1 Kommentar
7
Thomas Gärner aus Eppendorf | 03.10.2014 | 06:26  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige