Hamburg: Halbe Planung präsentiert

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Viel Verkehr am Klosterstern. Links vor dem Bus würde der Fahrstuhl für den U-Bahnhof eingebaut werden
 

Umbau am Eppendorfer Baum vorgestellt. Klosterstern: „Beteiligung nicht nötig“

Von Christian Hanke
Hamburg. Die Wut über die geplanten Neuerungen am Klosterstern (das Wochenblatt berichtete) steigert sich. Insbesondere die Wut über die noch nicht vorhandenen Planungen. Denn der Landesbetrieb Straßen, Brücken, Gewässer (LSBG) konnte im Verkehrsausschuss des Bezirksamtes Eimsbüttel keine Planung zu der mutmaßlichen Absicht, den Rad- und Autoverkehr am Klosterstern neu zu regeln, vorlegen. Nur die Planung für den barrierefreien Zugang zum U-Bahnhof Klosterstern und die damit verbundenen Folgen für die Einmündung des Eppendorfer Baums in den Klosterstern wurden vorgestellt. Die von der Initiative „Rettet den Klosterstern“ geforderte Vorstellung der Gesamtplanung aller sich in Überlegungen befindlichen Vorhaben am Klosterstern, mit möglichen Folgen für den Abschnitt Eppendorfer Baum bis Isestraße und Rothenbaumchaussee bis Hagedornstraße, steht nach wie vor aus.

Anwohner verärgert

„Der Klosterstern kommt erst noch“, vertröstete Käthe Fromm vom LSBG. Vielleicht erst 2016. Der Ärger von Anwohnern und Geschäftsinhabern vom Klosterstern und Umgebung, insbesondere vom Eppendorfer Baum, die zahlreich erschienen waren, nahm zu, als Käthe Fromm ausführte, dass für die Straßenbaumaßnahmen am Klosterstern keine Öffentlichkeitsbeteiligung vorgesehen ist. Es handelt sich hier um eine behördeninterne Planung, die der Senat nicht absegnen muss. Nur für die jetzt im Ausschuss vorgestellte Maßnahme für die Einmündung Eppendorfer Baum ist eine Erörterung mit Beteiligung von Betroffenen vorgesehen.

Die derzeit zweispurige Einmündung des Eppendorfer Baums in den Klosterstern soll künftig einspurig erfolgen, da der Fahrstuhl für den U-Bahnhof Klosterstern direkt am Fahrbahnrand an der Ecke Eppendorfer Baum/ Klosterstern in Höhe des Zebrastreifens die Oberfläche erreichen wird. Von vier geprüften Varianten für den Standort des Fahrstuhls erscheint der Hamburger Hochbahn nur diese Möglichkeit machbar. Als Folge dieses Einbaus muss die Bushaltestelle in Richtung Klosterstern, nach Auffassung der Planer, zurückversetzt werden. Sie wird auf Wunsch des LSBG um einen Überliegerplatz verkürzt. Da sie sich dann in Höhe der beiden U-Bahnausgänge befindet, soll der westliche Ausgang geschlossen werden.
Auch die gegenüberliegende Bushaltestelle wird nach Westen verschoben und an den Fahrbahnrand verlegt. Dadurch wird der vorgesehene Fahrradschutzstreifen auf der Fahrbahn unterbrochen. Eine große Gefahrenquelle für Radler, so die einhellige Meinung der Anwohner, die dann um den Bus herum- oder auf dem Gehweg fahren würden. Die Vertreter des LSBG sahen keine Gefahren.

„Zumutung für uns alle“

Unterm Strich würden durch den vorgestellten Umbau am Eppendorfer Baum laut LSBG ein Parkplatz und zwölf Fahrradbügel wegfallen, aber vier Parkplätze und 36 Fahrradbügel neu eingerichtet werden. Es entfallen durch die Verschiebung der Bushaltestellen 50 Meter Ladezone, was die anwesenden Geschäftsinhaber besonders empörte. „Das ist eine Zumutung für uns alle. Wie soll dann angeliefert werden?“, erregte sich Marcus Carl, einer der beiden Sprecher von „Rettet den Klosterstern“. Alle Fraktionen machten sich in diesem Punkt für die Geschäftsleute stark. Fabian Klabunde von den Grünen schlug vor, statt der neuen Parkplätze lieber die Ladezone zu verlängern.

Mechthild Führbaum (SPD) gab zu Bedenken, ob die Überliegerplätze für die Busse nicht an andere Haltestellen verlegt werden könnten. Michael Westenberger (CDU) warnte davor, die Geschäfte am Eppendorfer Baum zu schädigen: „Der Eppendorfer Baum ist eine der letzten Straßen mit inhabergeführten Geschäften. Nehmen Sie die örtliche Bevölkerung mit ins Boot“. Das ist der sehnlichste Wunsch der Betroffenen. Sie wollen mitreden dürfen. Die Chancen dafür stehen schlecht. Die Hochbahn will den U-Bahnhof Klosterstern unbedingt im nächsten Jahr barrierefrei ausbauen, da noch zwei andere Haltestellen der U1 umgebaut werden. Schon im März 2015 soll der Umbau beginnen. Die CDU und die Initiative plädierten daher für eine Verschiebung der Maßnahme um ein Jahr. Mit wenig Aussicht auf Erfolg.
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S. Heymann aus Harvestehude | 19.12.2014 | 22:28  
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