Hamburg: Meteorologen warnen vor Winter-Orkan im Norden

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Aktuelle Vorhersagen sehen Windgeschwindigkeiten bis zu 115 km/h auf Hamburg zukommen (Screenshot: wetter.net)

Hamburg droht nach "Christian" erneut ein schwerer Sturm. Unwetter mit Böen bis 120 km/h, an der Küste bis 150 km/h befürchtet

Das wird ein ziemlich unruhiger Nikolaustag...

Nachdem Ende Oktober Orkan "Christian" schwere Schäden angerichtet hat, droht dem Norden nun erneut ein Sturmtief. Meteorologe Dominik Jung spricht von "Winter-Orkan".
Ab Donnerstag Abend müssen Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hamburg und Bremen mit einem heftigen Sturmtief rechnen.

Jung: "Der Schwerpunkt des Orkans wird im Norden und dort besonders an den Küstenregionen liegen. Dort könnte der Orkan ähnliche Ausmaße wie Orkan Christian annehmen. Das Sturmfeld des Orkans wird die Norddeutschen bis weit in den Freitag in Atem halten und wahrscheinlich auch eine schwere Sturmflut zur Folge haben, also eine ungewöhnlich lange Ausdauer beweisen. Da im Vorfeld des letzten Orkans Christians offensichtlich von den amtlichen Einrichtungen zu spät gewarnt wurde, hoffen wir das es diesmal besser läuft und uns Verletzte oder gar Todesopfer erspart bleiben“

Aber auch weiter im Landesinneren seien die teils schweren Sturmböen nicht zu unterschätzen. In Berlin sind ebenfalls Böen bis zu 100 Stundenkilometer möglich, in Köln immerhin noch bis zu 80 und in Frankfurt am Main bis zu 70 Stundenkilometer. Besonders unangenehm wird es auf den Bergen. Auf den Brocken werden Windgeschwindigkeiten bis 170 Stundenkilometer erwartet, auf dem Fichtelberg im Erzgebirge bis zu 150 Stundenkilometer.

Nachfolgend die aktuell berechneten Spitzenböen einiger deutscher Regionen:

Brocken bis zu 170 km/h
Hamburg bis zu 120 km/h
Bremen bis zu 130 km/h
Kiel bis zu 140 km/h
Sylt bis zu 150 km/h
Husum bis zu 140 km/h
Helgoland bis zu 150 km/h
Rostock bis zu 110 km/h
Emden bis zu 120 km/h
Berlin bis zu 100 km/h
Hannover bis zu 100 km/h
Köln bis zu 80 km/h
Frankfurt/Main bis zu 70 km/h

Mit dem Orkan rauscht im Schlepptau Polarluft nach Deutschland und das führt zu einem kräftigen Temperatursturz. Während die Höchstwerte am Donnerstagnachmittag noch bei 1 bis 6 Grad liegen, werden Freitagnachmittag nur noch minus 4 bis plus 2 Grad erwartet. Zudem geht der aufziehende Regen in der Nacht zum Freitag rasch bis in tiefe Lagen in Schnee über.

In der Nacht zum Freitag und am Freitag selbst sind dann immer wieder teils kräftige Schneeschauer zu erwarten. Dann kann sich binnen weniger Minuten auch im Flachland eine Schneedecke ausbilden. In den Mittelgebirgen muss man sich auf Schneeverwehungen einstellen.

„Das ist schon kein Herbststurm mehr, dass ist ein Wintersturm. Besonders kalt dürfte sich das ganze im Norden anfühlen. In der Nacht zum Freitag liegen die Werte nur noch zwischen 0 und 3 Grad und dazu dann teilweise Windgeschwindigkeiten über 100 Stundenkilometer. Da landen wir bei einer gefühlten Temperatur von um die minus 10 Grad“ so Wetterexperte Jung. (wb)
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