Hamburg: Nedderfeld bald vierspurig?

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Die Straße Nedderfeld wurde gerade grundsaniert. Anwohner und Kommunalpolitiker warten seit Jahrzehnten auf den vierspurigen Ausbau Foto: Hanke

Behörde für Stadtentwicklung zeigt sich optimistisch. 2015 soll es soweit sein

Hamburg. Noch sind die letzten Reste der Bauarbeiten im Nedderfeld zu sehen. Die viel befahrene Verbindungsstraße von Eppendorf nach Lokstedt, wegen der vielen Autoanbieter als Automeile bekannt, wurde in den letzten Wochen grundsaniert. Aber nicht vierspurig ausgebaut, wie von vielen Eppendorfern und Groß Borstelern und der Kommunalpolitik in Hamburg-Nord seit Jahrzehnten gefordert.

Ein vierspuriges Nedderfeld würde vor allem die Borsteler Chaussee und damit den Ortskern von Groß Borstel vom Durchgangsverkehr entlasten, der insbesondere in den Stoßzeiten des Berufsverkehrs zu endlosen Dauerstaus führt.
Warum ist es so schwer, die Straße Nedderfeld zu verbreitern?
Der Knackpunkt sind die dafür notwendigen Flächen links und rechts des Nedderfelds. Die vielen dort ansässigen Autohändler und andere Gewerbetreibende sind wenig begeistert von einer Verkleinerung ihrer Flächen. Immerhin geht es um Streifen von jeweils zehn Metern an beiden Seiten der Straße. Deshalb haben die Eigentümer der benötigten Fläche juristischen Schutz in Anspruch genommen. Rechtsanwälte machen der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU), die hier die Federführung hat, das Leben schwer. Dennoch ist man in der Behörde zuversichtlich, den Bebauungsplanentwurf Lokstedt 52 / Eppendorf 9 / Groß Borstel 11, mit dem das Nedderfeld verbreitert werden soll, Anfang 2015 festsetzen zu können. Die Verhandlungen sind offenbar vorangekommen.

Der Entwurf wurde in den letzten Wochen noch einmal öffentlich ausgelegt. „Die Anregungen, die daraufhin bei uns eingegangen sind, müssen nun ausgewertet werden“, heißt es in der BSU. Der B-Plan sieht neben des vierspurigen Ausbaus der Straße auch eine Ordnung des umliegenden Gewerbegebietes vor. So sollen Supermärkte ausgeschlossen werden. „Wir wollen das Nedderfeld als Automeile und für die Ansiedelung von besonderem Gewerbe mit großem Flächenbedarf erhalten“, ist aus der BSU zu hören.

Der große, lang ersehnte Umbau könnte also in absehbarer Zeit Wirklichkeit werden. Immerhin eine Erweiterung wurde bereits im Rahmen der gerade abgeschlossenen Grundsanierung vorgenommen. Am westlichen Ende des Nederfelds wurde die Einmündung Kellerbleek erweitert, um die Ausfahrt aus dem hier gerade fertiggestellten neuen Bauhaus zu erleichtern. Das Bezirksamt rühmt diesen Umbau bereits als die Lösung für die Bewältigung der Verkehre aus dem künftigen Baugebiet Tarpenbek Greens. Der Verkehr aus dem Bauhaus, so das Bezirksamt, fließe „leicht Richtung Kollaustraße ab und die von Bewohnern geäußerte Befürchtung, der Bauhaus-Verkehr würde durch das Wohngebiet Groß Borstel ausweichen, ist unbegründet“. (ch)
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