Hamburg: Ohne Ticket kein Aufzug

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Diese Fahrstuhltür am Marie-Jonas-Platz bleibt zu, wenn das Parkticket fehlt. Heike Wandke (l.) und Heidemarie Lange müssen rund 150 Meter bewältigen, um den Gehweg zu erreichenFoto: Hanke

Gehbehinderte kommen nicht vom Marie-Jonas-Platz auf die Kümmellstraße

Eppendorf. Ratlos sitzt Heike Wandke in ihrem Rollstuhl vor dem Fahrstuhl auf dem Marie-Jonas-Platz. Die Tür ist zu. Die Rollstuhlfahrerin kommt nicht mehr nach oben auf die Gehwegebene der Kümmellstraße. Der Marie-Jonas-Platz im Zentrum von Eppendorf liegt weitgehend unterhalb des Gehwegs und ist von dort nur über Treppen zu erreichen.
Für Heike Wandke nicht zu bewältigen. Sie muss den ganzen Platz entlang Richtung Eppendorfer Landstraße, rund 150 Meter, fahren, um die Gehwege zu erreichen.
„Im Januar habe ich entdeckt, dass die Fahrstuhltür am Marie-Jonas-Platz verschlossen ist. Vor zweieinhalb Jahren war das für einige Zeit schon einmal der Fall“, erzählt Heidemarie Lange vom Verein MartiniErLeben, die nun selbst Probleme hat, vom Platz auf den Gehweg zu gelangen, wenn sie mit ihrem gefüllten „Hackenporsche“ unterwegs ist. Sie fand heraus: Nur, wer ein Ticket für die Tiefgarage hat, dem öffnen sich noch die Fahrstuhltüren auf der Platzebene. Vergeblich sprach sie in den vergangene Monaten den Bezirksamtsleiter Harald Rösler auf das Problem an.
Der Schwierigkeiten der Gehbehinderten auf dem Marie-Jonas-Platz hat sich jetzt die FDP angenommen, die in einem Antrag auf Abhilfe in der Bezirksversammlung Hamburg-Nord noch hinzufügt, dass sich dem Fahrstuhl gegenüber einige für Schwerbehinderte reservierte Parkplätze befinden – wegen des benachbarten Bezirksamtes und der Läden am Marie-Jonas-Platz, die die Angereisten zwar problemlos erreichen können. Doch wenn sie mit Einkäufen bepackt wieder zu ihren Autos zurückwollen, stehen sie vor der verschlossenen Fahrstuhltür.
Warum die Tür jetzt ohne Parkticket nicht mehr zu
öffnen ist, erläutert Markus Nörtemann von der Firma Witt & Hirschfeld, die das Technische Rathaus des Bezirksamtes Hamburg-Nord, unter der
sich die Tiefgarage befindet, betreut: „Die Firma Abcoa, die die Garage betreibt, hat diese Regelung getroffen, weil der Kassenautomat, der hinter der Tür auf der Ebene Marie-Jonas-Platz steht, mehrfach aufgebrochen wurde, und weil Menschen in der Tiefgarage genächtigt haben.“
Über Abhilfe wird nun nachgedacht. Die favorisierte, weil kostenfreie Lösung: Alle, die den Fahrstuhl ohne Parkticket nutzen wollen, holen sich im Büro von Abcoa im Garagenbereich eine kostenfreie Karte zum Türöffnen. Es besteht außerdem schon jetzt die Möglichkeit den Service von Abcoa über eine Türsprechanlage vor der verschlossenen Tür zu erreichen. Dann wird die Tür geöffnet. Ein Umbau der Tür wird teuer, da sie in eine elektronische Anlage miteingebaut ist.
Bleibt zu hoffen, dass eine Lösung bald umgesetzt wird. Der FDP-Antrag, nach dem sich das Bezirksamt bei Apcoa für eine Öffnung der Fahrstuhltür für alle einzusetzen hat, wurde einstimmig beschlossen. (ch)
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