Hamburg: „Schon jetzt mehr Autos“

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Ein Schild in Richtung Ausfahrt Kellerbleek weist auf dem „Bauhaus“-Parkplatz auch auf Groß Borstel hin Fotos: Hanke

Groß Borstel: Initiative kritisiert Durchgangsverkehr und befürchtet Schlimmeres

Hamburg. Nun ist es amtlich: der Bebauungsplan Groß Borstel 25 für die Flächen des früheren Güterbahnhofs Lokstedt an der Güterumgehungsbahn und angrenzende Kleingartenflächen ist festgesetzt worden. Er bildet die Grundlage für das im Stadtteil zum Teil heftig kritisierte Neubauprojekt Tarpenbek Greens, das viele Groß Borsteler mit 750 vorgesehenen Wohnungen als zu starke Belastung für den Stadtteil empfinden (das Wochenblatt berichtete).
Viele Borsteler befürchten vor allem einen enormen Zuwachs an Verkehr, deren Bewältigung sie bislang nicht ausreichend berücksichtigt sehen. Sie fühlen sich durch die ersten Erfahrungen mit dem neuen „Bauhaus“ im angrenzenden Lokstedt bereits bestätigt. Vom Großparkplatz des Baumarktes können die Kunden sowohl nach rechts wie auch nach links in die Straße Kellerbleek abbiegen, die die Hauptverkehrsstraße Nedderfeld mit den Wohnstraßen Groß Borstels verbindet. Das Linksabbiegen nach Groß Borstel wollte das „Bauhaus“ eigentlich unterbinden, um den Stadtteil vor Durchgangsverkehr zu schützen. Nun geht es doch und nicht nur das: Auf dem „Bauhaus“-Parkplatz weist ein Wegweiser zur Ausfahrt Kellerbleek ausdrücklich auf Groß Borstel hin. „Das ist eine ganz gefährliche Situation. Wer vom Bauhaus-Parkplatz nach links ins Kellerbleek abbiegen will, kann den Gegenverkehr wegen parkender Autos kaum sehen, der außerdem meistens sehr schnell an den abgestellten Wagen vorbeifährt“, erzählt Uwe Schröder von der Initiative gegen Tarpenbek Greens, der schon einen leichten Anstieg des Autoverkehrs in Groß Borstels Wohnstraßen registriert hat. „Der Verkehr wird zunehmen, wenn Tarpenbek Greens gebaut wird. Schon jetzt ist diese Ecke ein Schwachpunkt“, kritisiert Schröder.

Normenkontrollklage

Die Anwohnerinitiative, die sich gegen den Bau von 750 Wohnungen ausgesprochen hatte, bereitet derzeit eine Normenkontrollklage gegen den Bebauungsplan vor.
Auch eine andere Befürchtung der Gegner des Neubauprojekts in dieser Größenordnung könnte sich bewahrheiten. Gerüchte besagen, dass der irische Investor, der in Groß Borstel bauen wollte, sein Grundstück größtenteils über seine Firma Alcove Two in Luxemburg an ein Hamburger Wohnungsbauunternehmen verkauft hat. Durch die Übertragung der Eigentumsanteile in Luxemburg werden Ertrags- und Grunderwerbssteuern gespart. Dem Bezirksamt Hamburg-Nord sind allerdings noch keine Aktivitäten von Investorenseite nach der Feststellung des Bebauungsplans bekannt. (ch)
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