Hamburg: Sport mit anderem Blickwinkel

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In praktischen Übungen lernen Timo (Mitte) und die anderen Teilnehmer, wobei es beim Assistieren ankommt Foto: flü

Evangelische Stiftung Alsterdorf bietet Übungsleiter-Ausbildung für Sportler mit Handicap

Alsterdorf „Ich mache sehr viel Sport. Ich laufe und bin sehr fit. Und ich kann Menschen etwas beibringen, die Unterstützung brauchen. Ich habe immer etwas auf Lager!“, erklärt Erik in der Kennenlernrunde. Der junge Mann mit Down Syndrom nimmt zusammen mit neun weiteren jungen Erwachsenen an der zweitägigen Fortbildung zum Übungsleiterassistenten im Sport in der Evangelischen Stiftung Alsterdorf (ESA) teil. Zu Beginn der Fortbildung erzählen alle Teilnehmer, welche Sportart sie treiben. Eriks Freund Timo zählt mit Handball, Fußball, Hockey, Tennis und Fitness eine ganze Liste auf. Monika betreibt Aikido und tanzt. Ömer und Kathrin spielen Bocchia und Thomas ist begeisterter Floorballer. „Ich reite und schwimme und habe schon viele Medaillen abgeräumt“, erzählt hingegen Tony stolz. Schnell wird klar: Die sportlichen Kompetenzen der Teilnehmer mit geistiger Behinderung oder Lernschwierigkeiten sind umfassend und die unterschiedlichen Aktivitäten werden mit viel Leidenschaft betrieben. Diese Kompetenz wird zusammen mit den Ressourcen und der Infrastruktur der Evangelischen Stiftung Alsterdorf im Pilotprojekt ‚Blickwinkel‘ genutzt, das Inklusion im Sportbereich fördern möchte. Sportler aus allen Bereichen, die mehr machen möchten und ihre Trainer als Assistenten unterstützen möchten, können an der Fortbildung teilnehmen, die von Blickwinkel in Kooperation mit den Special Olympics Deutschland angeboten wird. Geleitet wird das Seminar von Dr. Daniela Schwarz, Sport- und Gesundheitspädagogin an der TU München. In einfacher Sprache erarbeitet sie mit den Teilnehmern, welche Aufgaben ein Übungsleiterassistent hat: „Ihr habt jetzt Verantwortung und seid in einer neuen Rolle!“ Monika findet Hilfestellungen bei schwierigen Sportübungen und betont die Wichtigkeits des Schlichtens bei Streitereien. Timo weist auf Erste-Hilfe-Kenntnisse hin und Erik liegt besonders am Herzen, dass auf Dehn- und Aufwärmübungen geachtet wird. Es wird deutlich, dass einige Teilnehmer schon erste Erfahrungen beim Assistieren gesammelt haben: „Ich bin von Natur aus sehr hilfsbereit. Wenn in der Schwimmgruppe kein Starter ist, gebe ich das Startsignal“, erklärt Tony. „Ich sage den anderen Spielern beim Boccia, wann sie dran sind“, ergänzt Ömer.Daniela Schwarz sensibilisiert die Teilnehmer aber auch dafür, erst einmal herauszufinden, ob Hilfe überhaupt erwünscht ist. Nach dem ersten Theorie-Block im Seminarraum geht es zum praktischen Teil in die Turnhalle, wo kleine Übungen zur Hilfestellung absolviert werden und verschiedene Situationen durchgespielt werden. „Was macht Ihr, wenn ein Teilnehmer in einer Gruppe hinfällt?“, fragt Schwarz. „Erst mal fragen, ob alles o.k. ist. Dann kann er sich kurz auf die Bank setzen und Pause machen“, rät Erik. (flü)

Alle Informationen und Fortbildungen des inklusiven Sportprojektes gibt es auf www.blickwinkel-alsterdorf.de
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