Hamburg: Streit am „3 Tageszeiten“

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Ralph Larouette (rechts) engagiert sich in der Bürger-Initiative „Unser Mühlenkamp“ Foto: flü

Inhaber sieht Betrieb durch Bus-Baustelle und geplante Verkehrsinsel gefährdet

Hamburg/Winterhude. Das Restaurant „3 Tageszeiten“ am Mühlenkamp 29 gilt seit 15 Jahren als eine gastronomische Institution in Winterhude. Nun sieht Inhaber Ralph Larouette die Existenz seines Lokals gefährdet. Als Grund nennt er die Umbaumaßnahmen im Rahmen des Busbeschleunigungsprogramms des Hamburger Senats, die unter anderem eine Verkehrsinsel am Mühlenkamp vorsehen.

Vor dem Restaurant von Larouette wird dann ein absolutes Halteverbot eingerichtet. Für den Gastronomen ein Problem: „Einmal im Monat muss ein Entsorgungsfahrzeug über ein Rohr das Küchenfett aus dem Fettabscheider ablassen. Das ist gesetzlich vorgeschrieben und dauert jedes Mal rund 75 Minuten.“ Die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) schlug vor, mit dem Entsorgungsfahrzeug vor Fisch Böttcher zu parken und über einen 65 Meter langen Schlauch abzupumpen.
Vorschläge der Behörde
Für Michael Mannes von der Entsorger-Firma Gareg ist das unmöglich: „Der Schlauch müsste über mehrere Ausfahrten verlaufen. Wir müssten Schlauchbrücken legen, weil er sehr schnell kaputt geht, wenn Autos darüber fahren. Für Fußgänger ist das außerdem ein Sicherheitsrisiko.“ Alternativ sähe er eine Ausnahmegenehmigung vom Parkverbot für das 2,50 Meter breite und acht bis zehn Meter lange Kesselfahrzeug oder eine unterirdische Versorgungsleitung: „Wenn die Straße sowieso aufgerissen wird, könnte die Stadt diese legen.“ Helma Krstanoski von der Umweltbehörde sagt dagegen: „Es gibt mindestens drei Entsorgerfirmen in Hamburg, die den Einsatz mit einem 65 Meter langem Rohr oder Schlauch und Überfahrtsbrücken durchführen würden. Alternativ gibt es mindestens eine Firma in Hamburg, die mit einem Absauganhänger in der Parkbucht direkt vor Haus Nummer 29 stehen könnte. Die Reinigung des Fettabscheiders ist durchführbar.“
Für eine Entsorgungsleitung könne Larouette eine Genehmigung beim Bezirksamt beantragen und diese auf eigene Kosten legen lassen, eine Ausnahmegenehmigung vom Halteverbot sei nicht möglich. Larouette sieht keine alternative Lösung: „Wir werden klagen. Und im schlimmsten Fall den Betrieb einstellen müssen.“ (flü)
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