Hamburg: Suche nach Johnnys Gen-Zwilling

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Lesley Tjan, Pung Hoa Tjan, Irmhild Tjan und Joyce Tjan (v.l.) suchen einen Spender für Johnny Foto: flü

Knochenmarkspender-Datei fordert Hamburger mit Migrationshintergrund zur Typisierung auf

Von Miriam Flüß
Hamburg. „Nach einer ersten Schockstarre haben wir alle Kräfte gebündelt und Kontakt zur DKMS aufgenommen“, erzählt Lesley Tjan (28). Ihr Zwillingsbruder Johnny ist zum zweiten Mal innerhalb von zehn Jahren an Blutkrebs erkrankt.
Diesmal kann nur eine Stammzellentransplantation sein Leben retten. Die Suche nach einem Spender ist jedoch schwierig, da der junge Kieler als Sohn einer deutschen Mutter und eines indonesischen Vaters einen genetischen Zwilling mit ähnlichem Hintergrund benötigt. Und in der Datenbank der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) sind viel zu wenig Menschen mit asiatischem und Migrationshintergrund generell registriert. Zusammen mit ihrer älteren Schwester, Joyce (31), und den Eltern sucht Lesley weltweit per Facebook und auf lokalen Typisierungen nach Spendern.

Am Freitag, 21. November, folgten rund 80 Menschen mit deutsch-asiatischen Wurzeln ihrem Aufruf und ließen sich im indonesischen Generalkonsulat in der Bebelallee typisieren. Dabei wird die DNA ganz unkompliziert mit Wattestäbchen aus der Mundschleimhaut entnommen.
„Ich bin auch Blutspender und mache das sehr gern“, sagt Phillip Sitompul (31), der wie Johnny einen indonesischen Vater und eine deutsche Mutter hat. Kader Benil, die ehrenamtlich für die spendenfinanzierte DKMS arbeitet, hat schon zweimal Knochenmark gespendet: „Unter Vollnarkose wurde mir im UKE Knochenmark aus der Hüfte entnommen. Hinterher hatte ich nur leichte Muskelschmerzen durch die Punktierung“, sagt sie und appelliert dringend an Menschen mit multikultureller Herkunft, sich typisieren zu lassen. Wer Johnny helfen möchte, aber auch alle anderen Hamburger mit Migrationshintergrund, können sich am Sonntag, 30. November, von 11 bis 18 Uhr in der Sporthalle Wandsbek, Rüterstraße 75, typisieren lassen. Die Typisierung ist für Spender kostenlos, die DKMS kostet sie pro Person 50 Euro. Wer nicht als Spender für Johnny in Frage kommt, aber trotzdem helfen möchte, kann mit einer Geldspende helfen.
Die Familie Tjan hofft nun erst einmal auf die Ergebnisse, die in etwa vier Wochen vorliegen werden. Weitere Informationen auf johnnyneedsyou.de und dkms.de.
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