Hamburg: Vom „Ur-Porsche“ bis zur Rallye-Legende

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Brummende Motoren und blitzendes Chrom: 300 Oldies brausen bald durch den Stadtpark Foto: media direct /wb

Walter Röhrl und Sir Stirling Moss beim Stadtpark-Revival

Hamburg. Eine Harley aus dem Jahr 1929, ein Jaguar E-Type von 1967, ein Porsche der Typ 64 von 1939 – der so genannte „Ur-Porsche“ – oder ein Ford T-Speedster von 1916: Am kommenden Wochenende wird es beim 13. Stadtpark Revival entlang der Saarlandstraße wieder Dutzende seltener Oldtimer aus dem vergangenen Jahrhundert zu sehen geben. Fast wäre es dazu nicht gekommen, denn im Dezember 2013 stand die Traditionsveranstaltung im Bezirk wegen Anwohnerklagen auf dem Prüfstand. Der Lärmpegel war durch die knatternden Oldtimer und die enthusiastischen Moderatoren gestiegen. Der Veranstalter erhielt vom zuständigen Amt eine „dunkelgelbe Karte“ und verschärfte Auflagen – insbesondere für die Moderation. „Die lauteren Klassen werden auch keine zwei Stunden mehr laufen“, versprach Uwe Quentmeier, einer Veranstalter der Touristenattraktion.
Zwischen 8.30 und 19 Uhr werden an beiden Renntagen in jeweils mehr als 35 verschiedenen Auto- und Motorradklassen die besten Fahrer ermittelt. Rennstrecke ist ein 1,7 Kilometer langer Rundparcours in beiden Richtungen der Saarlandstraße zwischen Hellbrookstraße und Freilichtbühne.
Neben den vielen Hobby-Fahrern nehmen in diesem Jahr auch mehrere Profis teil. So wird der mehrfache Rallye-Weltmeister Walter Röhrl in Sonderläufen zeigen, wie schnell man die 1,7 Kilometer zurücklegen kann. Röhrl fährt an dem Wochenende für Porsche. Für Audi treten in Sonderläufen der Le-Mans-Gewinner Dindo Capello sowie die Rallye-Profis Harald Demuth und Jochi Kleint gegeneinander an. Zum 100. Geburtstag von Maserati kommt zudem der britische frühere Formel 1- Pilot Sir Stirling Moss zum Stadtpark-Revival. In den 1950er-Jahren fuhr er unter anderem auch für Maserati in der höchsten Rennklasse und gewann zahlreiche Grand-Prix-Läufe, wurde jedoch nie Weltmeister, bevor er nach einem schweren Unfall 1962 seinen Rücktritt vom aktiven Rennsport erklärte.
Moss erinnert mit seiner Teilnahme auch an das 80. Jubiläum der historischen Stadtparkrennen. Denn zwischen 1934 und 1952 fanden insgesamt achtmal Rennen im Stadtpark statt, zunächst nur für Motorräder, später auch für Autos. Mehr als 100.000 Zuschauer standen damals entlang der sechs Kilometer langen Rundstrecke. Bis zu 200 km/h wurden die Autos damals schnell, doch nach einem tödlichen Unfall wurden die Rennen Anfang der 50er-Jahre eingestellt. Erst 1999 nahm das erste Stadtpark-Revival die Geschichte der Autorennen– mit ganz anderem Konzept. Zu dem gehört vor allem auch ein Rahmenprogramm für Auto-Fans. So stellt zum Beispiel der Hamburger VW- und Audi-Händler Wichert in diesem Jahr alte Modelle wie einen T2-Bulli und Neuwagen aus. Und aus der Hafen-City kommt das Automuseum Prototyp.
An beiden Renntagen sowie am Freitag ab mittags sind die Saarlandstraße und Südring sowie Alte Wöhr und Hellbrookstraße gesperrt. (ho)
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