Hamburg: Warten auf Schallschutz

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Der Schutt landete auf einem großen Haufen im Hinterhof. Bagger sorgten zusätzlich für Staub, klagen Anwohner Foto: Flüß

Nach Baustopp am Bunker: Spezialgerüst mit Matten kommt

Hamburg. Endlich wurden die massiven Klagen der Anwohner an der Forsmann- und Geibelstraße von der Bauaufsichtsbehörde ABH erhört. In der vorigen Woche erließ das zuständige Amt einen Baustopp am Bunker. Grund: Der Lärmpegel war viel zu hoch. „So ging es nicht mehr weiter“, erläutert Volker Dumann, Sprecher der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt das Vorgehen. „Der Bauherr Otto Wulff GmbH muss nun Sorge dafür tragen, dass ein Schallschutzgerüst aufgebaut wird, damit die Lärmgrenzwerte von 50 Dezibel an der Forsmannstraße sowie 55 Dezibel an der Geibelstraße nicht überschritten werden.“
Insbesondere die Bewohner der Hofseite in der Geibelstraße klagten über Lärm und Staubbelastung. „Mit dem Berg aus Bauschutt sieht es im Hof aus wie nach einem Bombenangriff. Die Wände wackeln und selbst bei geschlossenem Fenster kann man sich nicht unterhalten“, so eine Anwohnerin aus der Geibelstraße 23 c. Ihre Nachbarin Beate Timann sorgt sich um die Gesundheit ihrer beiden kleinen Kinder: „Ich kann nur hoffen, dass keine giftigen Stoffe in dem Staub sind. Dass der Bunkerabbruch nicht angenehm wird, war uns klar. Aber die Schutzmaßnahmen sind unzureichend. Der Schutt muss abgedeckt und mit Wasser abgespritzt werden.“

„Keine Antwort“

Auch Milena Scheuermann aus der Geibelstraße 19 klagt über den Lärm: „Mein Lütter wacht davon auf. Ich habe mich dreimal bei der Bauaufsicht beschwert, aber die Mitarbeiter reagieren genervt auf Anrufe.“ Auch weitere Anwohner hatten sich bei der Bauaufsicht beschwert, jedoch keine Antwort erhalten.
Karin Haas, Fraktionsvorsitzende der Linken in der Bezirksversammlung Hamburg-Nord, hatte Beschwerden gesammelt und gebündelt an die Bauaufsicht weitergeleitet. Sie kritisierte, dass sich die Abbruchfirma nicht an die Auflagen halte und bemängelte die personelle Unterbesetzung der Bauaufsicht. „Ich hoffe, dass die Lärmbelästigung jetzt auf das gesundheitlich unschädliche Maß reduziert wird. Die Probleme mit dem Baustaub sind aber noch nicht gelöst. Die Belastung der Arbeiter dort und der Bevölkerung ist erheblich. Viele klagen über Probleme mit den Atemwegen. Eine Messung gab es bisher nicht“, sagt Haas. Gegen die Staubentwicklung sei üblicher Weise der Einsatz von Wasser vorgesehen, so Volker Dumann. So auch in der Forsmannstraße. Der Lärmpegel werde jetzt regelmäßig vor Ort kontrolliert, versichert der Behördensprecher.
Es wird noch einige Tage dauern, bis das Gerüst mit den speziellen Schallschutzmatten aufgebaut ist. Bis dahin haben die Anwohner aber in jedem Fall Ruhe. (flü/ba)
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