Hamburg: Winterhuder Schüler lernen im Watt

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Auf der Insel müssen sich die Schüler in der Großküche selbst verpflegenFoto: wb

Heinrich-Hertz-Schule betreibt eigenes Schullandheim auf Insel Neuwerk

Hamburg. Der Leuchtturm auf der Hamburger Insel Neuwerk sollte einst Seeräuber abschrecken. Jetzt toben und spielen zu seinem Fuße Winterhuder Kinder und Jugendliche: Wenn die Schüler der Heinrich-Hertz-Schule reif für die Insel sind, geht’s in das Schullandheim in der Helgoländer Bucht, das die Schule seit 20 Jahren betreibt. Neuwerk liegt zwar rund 100 Kilometer westlich von Hamburg in der Nordsee, ist aber trotzdem ein Stadtteil des Bezirks Mitte: Die 3,3 Quadratkilometer große Insel ist das Zentrum des 1990 gegründeten Nationalparks Hamburgisches Wattenmeer. Schülerinnen und Schüler der Heinrich-Hertz-Schule tauchen hier in eine Gegenwelt zur Großstadt ab, Gesellschaft leisten ihnen rund 30 Insulaner, Gänse, Austernfischer, Brandenten, Wattwürmer und Seehunde. Seit 1994 ist die Schule Träger des Schullandheims Neuwerk am Turm, drei bis fünf Klassen fahren jährlich auf die Insel. Die Verpflegung muss selbst mitgebracht werden und auch sonst ist vieles anders als zuhause: „Im Haus steht kein Fernseher und kein W-Lan zur Verfügung, die dadurch entstehende Ruhe ist gewollt und für Gruppenprozesse förderlich“, so Verwalter Ole Jensen. „Es bietet sich an, hier mit den Gruppen das soziale Miteinander zu lernen. Aber auch die Themen deutsche Küsten, Umwelterziehung, UNESCO und die Hamburger Geschichte bieten sich an.“

Landheim seit 1920

Am Fuße des 39 Meter hohen Turms, der mit dem Baujahr 1310 eines der ältesten Bauwerke Hamburgs ist, finden 42 Schüler und acht Lehrer im Schullandheim Platz. Vor den Nordseefluten sind sie auch in der ehemaligen Scheune am Fuß des Turms geschützt, denn diese befindet sich zusammen mit dem Insel-Kaufmann und weiteren Gebäuden auf der extra eingedeichten Turmwurt. Eine Wurt, an der Nordseeküste auch als Warft bekannt, ist ein künstlich aufgeschütteter Erdhügel zum Schutz vor Sturmfluten.
Schon 1920 ermöglichte der Neuwerker Lehrer Heinrich Gechter die Nutzung des Turms als Schullandheim für Winterhuder Schüler. Ab 1924 wich man auf die benachbarte Scheune aus und schuf so mehr Platz für die Gäste vom Festland. (flü)

Wer sich für einen Aufenthalt im Schullandheim interessiert, kann sich beim Verein Schullandheim Neuwerk am Turm e.V. Heinrich-Hertz-Schule, Ole Jensen melden unter Tel. 0175 / 144 86 66 oder neuwerkamturm@gmx.de
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