„Hamburg würde profitieren“

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Moritz Fürste holte mit seinem Team 2012 olympisches Gold nach Deutschland Foto: Witters

Welthockeyspieler und Olympia-Insider Moritz Fürste: „Olympia-Stadt bleibt man für immer“

Von Frank Heike
Harvestehude
Der 15. August 2012 fiel auf einen Mittwoch; für Moritz Fürste bis heute ein unvergessener Tag. „Die Einfahrt in den Hafen auf der M/S Deutschland war ein surrealer Moment“, sagt er, „wir standen draußen an Deck und staunten nur, wie viele Menschen gekommen waren.“ Ohnehin kam der beste deutsche Hockeyspieler damals gutgelaunt zurück nach Hamburg, denn die Nationalmannschaft hatte die Goldmedaille gewonnen – für Fürste und einige seiner Kollegen die zweite nach dem Triumph 2008 in Peking. Mit vielen deutschen Spitzensportlern und Medaillengewinnern erlebte Fürste die Ankunft am Kreuzfahrtterminal in der HafenCity. Applaus, Autogramme, Händeschütteln. „Manche von uns hatten Tränen der Rührung in den Augen“, sagt er. Sogar das Wetter spielte damals mit.
Moritz Fürste kann seine Gefühle gut in Worte fassen, ein kluger Kopf ist er, der „Welthockeyspieler 2012“. Gern sitzt Fürste mit Freunden und Kollegen im kleinen Café „Swedish Cream“ an der Rothenbaumchaussee, in der Nähe seiner Wohnung, mit Blick auf die Hockey-Plätze der Universität. Der 30 Jahre alte Fürste ist nicht nur wegen seiner Erlebnisse in China und England ein Olympia-Insider. Fürste wirbt für Olympische Spiele und Paralympics in Hamburg 2024. Und zwar aus Überzeugung. Er sagt mit einem Blick über den Tellerrand: „Man ist dort von so vielen verschiedenen Menschen und Kulturen umgeben, man bekommt unendlich viele Eindrücke. Aber nicht jeder kann es sich leisten, zu Olympischen Spielen zu reisen. Ich wünsche deswegen allen Hamburgern, die Erfahrung Olympia in der eigenen Stadt einmal zu machen. Das ist ein Geschenk.“
In den sozialen Netzen ist Moritz Fürste ein eifriger Werber für die olympische Idee in der Stadt. Auch in „seinen“ Stadtteilen würde Olympia Halt machen: Beim UHC am Wesselblek in Hummelsbüttel würden die teilnehmenden Hockey-Teams trainieren, ebenso auf dem Uni-Hockeyplatz an der Mollerstraße. Und gleich um die Ecke seines Lieblingscafés schlügen die Tennis-Profis auf; natürlich würde die auffällige Anlange mit dem Faltdach am Rothenbaum genutzt werden. Fürste sagt: „Es geht aber nicht nur um den Moment. Eine Olympia-Stadt bleibt man für immer. Davon würde Hamburg auf Jahre profitieren.“
Ein Claquer ist der belesene und oft kritische Mann dabei keineswegs. In London störten ihn Ausmaß und Dauer der Abschlussfeier: „Das war mir zu viel Kommerz und Gigantismus. Das war nicht für uns Athleten gedacht. Wenn man den olympischen Gedanken wieder mehr betonen will, sollten das Interesse der Athleten wieder stärker berücksichtigt werden“, sagt Fürste. Weil man sich solche wertvollen Erfahrungen und seine Einschätzungen im Allgemeinen zu Nutze machen will, sitzt Moritz Fürste in einer olympischen Lenkungsgruppe mit engem Draht zu Politik und Wirtschaft. Er ist eben ein gefragter Mann. Und wird es auch bleiben, dann allerdings wieder als Kapitän der Nationalmannschaft. Bis zu den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro 2016 soll ihn sein Weg führen. „Danach höre ich mit dem Leistungs-Hockey auf“, sagt Fürste. Sollte Hamburg am 21. März den Zuschlag des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) erhalten und offizielle Bewerberstadt werden, hätte Fürste als Ex-Profi dann mehr Zeit, sich um die Spiele in seiner Heimatstadt zu kümmern. In welcher Form auch immer.
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