Hamburger Bibliothek für Frauen

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Herrin über 15.000 Bücher: Frauenbibliothek-Leiterin Elsbeth Müller (61)Foto: Flüß

Elsbeth Müller zählt auf die Unterstützung von freiwilligen Helferinnen

Hamburg/Eppendorf. Die Frauenbibliothek kommt mittlerweile ohne die Hilfe von Ehrenamtlichen nicht mehr aus. „Jedes Jahr habe ich Angst, dass es nicht weiter geht. Aber irgendwie geht es immer weiter. Man wird gelassener“, sagt Elsbeth Müller und lacht. Die Literaturwissenschaftlerin sitzt inmitten der rund 15.000 Bücher in der gemütlichen Frauenbibliothek im Grindelviertel. „Gemütlich“ ist es auch, weil die Raumfläche nach dem Einstellen der Fördermittel 2005 aus Kostengründen um die Hälfte reduziert werden musste. „Die Arbeitszimmer sind weggefallen. Aber da wir nach den Streichungen die vier Vollzeitstellen nicht mehr finanzieren konnten, brauchen wir die auch nicht mehr“, sagt die Bibliotheksleiterin.
1983 wurde das Frauenbildungszentrum Denkträume mit Bibliothek, Archiv und Café im Schanzenviertel gegründet, wenig später zog es an den jetzigen Standort im Bildungs- und Gewerbezentrum Sauerberghof in der Grindelallee 43. Elsbeth Müller war fast von Anfang an dabei. Da sich das Bildungszentrum nach Einstellung der Förderung mit dem Hamburger Landesfrauenrat zur Frauenbibliothek zusammenschloss, müssen Bücher-Fans nicht um die Existenz bangen.
Elsbeth Müller packt die aktuellen Neuanschaffungen aus, die viele Verlage kostenlos als Rezensionsexemplare zur Verfügung stellen. Das Sachbuch „Glück schlägt Geld“ der jungen Autorin Kerstin Bund über Frauen als unbequeme Arbeitnehmerinnen, die mehr auf ihre Work-Life-Balance achten als die Generationen vor ihnen ist darunter ebenso wie der Sammelband „Feminismus in historischer Perspektive“. „Es geht wieder vermehrt darum, soziale Bedeutungen und ökonomische Verhältnisse in den Fokus zu rücken. Das ist das Spannende an meiner Arbeit: Ich bin immer an den aktuellen Themen dran, immer in der Debatte!“ Neben Sachliteratur zu feministischer Theorie und Gender Studies, Geschichte, Arbeit, Politik und Migration finden Leserinnen auch Belletristik. „Da sind wir bei der Auswahl anspruchsvoller. Aber Aktuelles wie „Einmal Hans mit scharfer Soße“, das gerade verfilmt wurde, haben wir auch.“ Elsbeth Müller liest zur Entspannung am liebsten Krimis von Elisabeth Herrmann und der Französin Fred Vargas. Letztere wäre auch ein Wunsch-Gast für eine Lesung in der Frauenbibliothek.
Zusammen mit zwei Kolleginnen und vielen Ehrenamtlichen organisiert sie regelmäßig Lesungen und andere Veranstaltungen rund um Frauenthemen. Die nächste findet am Sonntag, 6. Juli, um 15 Uhr in der Bibliothek statt. Dann gibt es druckfrische Bücher-Tipps für die Sommerferien. Mit einem Halbjahres- oder Jahresausweis können Neuerscheinungen für zwei Wochen und alle anderen Medien für vier Wochen ausgeliehen oder vor Ort bei einem Getränk von der Bar gelesen werden. Im Laufe der Jahre ist die Zahl der Bibliotheks-Nutzerinnen zwar zurückgegangen, aber „es kommen viele ganz junge Frauen“, freut sich Elsbeth Müller. (flü)
Informationen zu den Veranstaltungen gibt es auf
www.hamburger-frauenbibliothek.de
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