Hamburger Hospiz-Helferin geehrt

Anzeige
Doris Christiansen arbeitet als Hospiz-Helferin mit Schwerstkranken Foto: Grell / wb

Doris Christiansen wurde für ihren zehnjährigen Einsatz geehrt

Von Karen Grell
Hamburg
Wenn Menschen nur noch wenige Wochen oder Monate zu leben haben, dann können sie ein Hospiz aufsuchen, um dort beim Sterben begleitet zu werden oder einen ambulanter Hospizdienst in Anspruch nehmen, der eine Betreuung zuhause ermöglicht. Für die ambulante Hospiz-Begleitung werden immer wieder engagierte Menschen gesucht, die sich zutrauen, diese wichtige Aufgabe in der Gesellschaft zu übernehmen. Verschiedene Schulungen bereiten die Ehrenamtlichen auf ihre Tätigkeit vor. Ein halbes Jahr lang dauert der Weg zur Hospiz-Begleitung, den auch Doris Christiansen aus Wandsbek gegangen ist. Sie hatte vor zehn Jahren von der Ausbildung beim Rauhen Haus in Hamm im Hamburger Wochenblatt gelesen und sich entschieden, dort mitzumachen.

Freie Zeit sinnvoll nutzen

„Ich hatte freie Zeit und wollte diese gern für ein Ehrenamt nutzen“, erinnert sich die heute 70-Jährige an die Anfänge ihrer Helfertätigkeit. Nach bereits zehn Jahren im Ehrenamt hat sie nun vom Rauhen Haus eine Urkunde für ihr Engagement erhalten. „Auch von den Betroffenen selber bekomme ich natürlich viel Dankbarkeit zurück“, so die Rentnerin, die noch in anderen Ehrenämtern unterwegs ist. Neben dem Kinder- und Jugendtelefon geht Doris Christiansen auch einmal in der Woche ins Wandsbeker Krankenhaus, um dort Menschen, die nur wenige oder gar keine Angehörigen haben, für ein paar nette Gespräche zu besuchen.

Man muss zuhören können

Wenn Doris Christiansen von den Fähigkeiten spricht, die Menschen mitbringen sollten, die im Bereich der Sterbebegleitung eingesetzt werden möchten, dann scheint sie perfekt zu dieser Aufgabe zu passen. „Man muss gut zuhören können und Empathie empfinden“, erklärt sie. Die Ruhe und Zuversicht, die Doris Christiansen ausstrahlt, schafft sofort Vertrauen. Mit sanfter und liebevoller Stimme gibt sie Hoffnung und Trost zugleich. Gerade beim Kinder- und Jugendtelefon kommt es auf die richtigen Worte an, die in Ausnahmesituationen schnell zu einem Anker werden können. Doris Christiansen hört zunächst einmal zu, gibt dann auch mal ein paar Tipps und findet die passenden Worte für jede Situation: Trost, wenn es um den Tod geht und neue Hoffnung, wenn es um das junge Leben von verzweifelten Kindern geht. „Wir sprechen über die Themen, die der Betroffene in den Fokus nehmen möchte“, erklärt die ehrenamtliche Helferin den Ablauf ihrer meist einstündigen Besuche bei Schwerstkranken.

Dankbarkeit für Gesundheit wächst

Hoffnung auf Leben gibt es dort nicht mehr, aber gerade deshalb ist die Begleitung einer zunächst neutralen Person umso wichtiger. „Für die Familien ist es oft schwer, die Situation auszuhalten, ich habe da ein wenig mehr Abstand“, so Christiansen, die selber auch Kinder und Enkel hat und sich in die Lage der Angehörigen gut hineinversetzen kann. Durch ihre Arbeit mit den Sterbenden habe sich auch die eigene Sicht auf das Leben ein wenig verändert. „Man empfindet mehr Dankbarkeit für Gesundheit und alles das, was man im Leben haben darf“, sagt Christiansen. Für ihr verlässliches Engagement hat die Hospiz-Begleiterin jetzt eine ganz offizielle Anerkennung bekommen. Wichtiger sei ihr allerdings das Dankeschön der Menschen, denen sie helfen konnte. Deshalb macht Doris Christiansen auch einfach genau so weiter mit dieser Aufgabe, die so gut zu ihr passt und die für viele Mitmenschen so wichtig ist. (wb)

Weitere Infos: Ambulanter Hospizberatungsdienst, Helenenstraße 12, Telefon 38 90 75 204, E-Mail: hospizberatungsdienst@hamburger-hospiz.de
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige