„Hamburger mit Herz“ sucht Mentoren

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Katrin John (l.), Koordinatorin der Hamburger mit Herz und Mentor Nils Schröder (r.) helfen Jemila, Mohamed und der kleinen Yasmin aus Eritrea Foto: Hanke

Der 2010 gegründete Verein gibt Deutschunterricht und bietet persönliche Begleitung für Einwanderer

Von Christian Hanke
Hoheluft
Jemila und Mohamed sind richtig glücklich. Auf Mohameds Schoß sitzt die einjährige Tochter Yasmin und lacht. Daneben Nils Schröder. Der 80-jährige Rentner ist Mohameds Mentor. Seine Frau Inge betreut Jemila. Gleich beginnt der Deutschunterricht des Vereins „Hamburger mit Herz“, der im Gemeindehaus St. Markus seit Oktober 2015 Deutschkurse veranstaltet und Mentoring für Geflüchtete organisiert. „Wir wurden hier sehr gut aufgenommen. Wir haben hier den Sechser im Lotto!“, schwärmt Katrin John, im Koordinationsteam des Vereins für Mentoring zuständig, von der St. Markus Gemeinde. Der 2010 gegründete Verein, der sich in der ganzen Welt für Bildung, Gesundheit und gesellschaftliche Teilhabe engagiert, war im letzten Herbst auf der Suche nach Räumlichkeiten für seine Kurse in Hoheluft gelandet. Glücklicher Umstand dabei war die Tatsache, dass die Raumbelegung in dem neuen Gemeindehaus noch nicht abgeschlossen war. Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer von St. Markus liefern Arbeitsmaterialien für die Deutschkurse, schmieren an den Kurstagen Brötchen und sorgen für Getränke.

Äthiopien und Eritrea im Fokus

Auch die Kurse werden von Ehrenamtlichen gegeben, die meistens auf der Suche nach Engagement für Geflüchtete bei den „Hamburgern mit Herz“ gelandet sind. Eine besondere Beziehung besteht zu Äthiopien und Eritrea. Das äthiopische Dorf Mekerie im schwer zugänglichen Hochland unterstützen die „Hamburger mit Herz“ in Zusammenarbeit mit örtlichen Institutionen und durch Patenschaften für einzelne Menschen. Daher ist der Verein bei den vielen Geflüchteten aus Eritrea, dem seit 1993 von Äthiopien unabhängigen Nachbarland, und bei Äthiopiern bekannt. Mit der Folge, dass die Deutschkurse in St. Markus fast ausschließlich von Eritreern und Äthiopiern belegt werden. „Wir sind für alle Geflüchteten offen“, betont Katrin John, aber es habe sich durch die Aktivitäten des Vereins in Äthiopien so entwickelt. Für viele Menschen aus den beiden ostafrikanischen Ländern ergibt sich dadurch ein willkommener Austausch mit Landsleuten. Wichtige Hilfestellungen geben die Mentoren und Paten. Nils Schröder und seine Frau treffen sich in der Regel einmal pro Woche mit Jemila und Mohamed, begleiten sie zu Behörden und zu Ärzten, treffen sich aber auch mit ihnen zum Kaffeetrinken.

Weihnachten mit den Mentoren

„Wir laden Jemila und Mohamed zu Weihnachten ein“, erzählt Nils Schröder. Die meisten Eritreer und Äthiopier sind zwar orthodoxe Christen, Jemila und Mohamed allerdings Moslems. Die Einladung haben sie trotzdem angenommen. „Viele Geflüchtete haben das Bedürfnis, einfach nur zu sprechen“, erzählt Katrin John. Dem kommen die Schröders nach. Sie machen mit der jungen Familie Ausflüge, wollen zum Beispiel mit ihnen auf den Weihnachtsmarkt gehen und ins Völkerkundemuseum. Der Deutschunterricht hat inzwischen begonnen. Die bis zu 40 Geflüchteten können sich entscheiden, zu welchem Thema sie etwas dazulernen wollen. Rund 20 ehrenamtlich tätige Lehrkräfte sind insgesamt im Einsatz. Es können gern mehr werden. Auch weitere Mentoren suchen die „Hamburger mit Herz“.

Weitere Infos: Verein Hamburger mit Herz, Telefon 3253 9000 oder E-Mail: info@hamburger-mit-herz.de
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