Hamburger Multikulti-Werkstatt sucht Paten

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Volle Kraft voraus: Initiatorin Julia Mohr hat noch so viele Ideen, die nur auf die Realisierung warten Foto: Haas

Freiwillige sollen Flüchtlingskinder bei Integration unterstützen

Winterhude Das Fest-Komitee tagt regelmäßig, denn nach den Sommerferien soll eine schöne Party im Paul-Gerhard-Gemeindehaus steigen. Baraa und Ali aus Syrien sowie Omer aus Afghanistan haben sich beim Deutschkursus kennengelernt, den Julia Mohr ab Herbst 2015 im Goldbekhaus angeboten hatte, wesentlich unterstützt von Shafi. Der gebürtige Hamburger bot sich als Dolmetscher an. Er sei zweisprachig aufgewachsen – „wie zwischen zwei Welten“: Seine Eltern flohen schon vor seiner Geburt aus Afghanistan. Deshalb beherrscht der 25-Jährige fließend Farsi. „Auf Facebook hatte ich die Multikulti Werkstatt entdeckt, ich fühlte mich angesprochen und stieg sofort mit ein“, sagt Shafi. Der angehende Bauingenieur engagiert sich seitdem im gemeinnützigen Verein, den Julia Mohr im vergangenen Oktober gegründet hatte. Motiviert durch ihre Erfahrungen will sich die Wirtschaftspsychologin auch beruflich umorientieren: in Richtung Beratung, Konfliktmanagement und interkulturelle Mediation. Bei der Vereinsgründung erfuhr Julia Mohr weitere Unterstützung: Ihre Mutter steuerte das juristische Knowhow bei, das Goldbekhaus stellte zunächst Räume zur Verfügung. „Mit dem Deutschkursus starteten wir, dann organisierten wir einen Orientierungskursus. Inzwischen kann die Multikulti-Werkstatt die Räume der Paul-Gerhard-Kirchengemeinde Ecke Bramkamp und Ohlsdorfer Straße nutzen. „Wir wurden mit offenen Armen empfangen. Pastor Felix Moser und Küster Henning unterstützen uns nach Kräften“, freut sich Mohr. Seitdem konnte der Verein sein Angebot erweitern: Regelmäßig findet jetzt „interkulturelles Kochen“ statt, auch Filmabende oder gemeinsames Public Viewing während der EM. Zudem bekommen Kinder eine Hausaufgabenbetreuung, damit sie in der Schule den Anschluss finden. Aktuell ist die Initiatorin auf der Suche nach „Paten“ für die Kinder: Eingeladen sind Freiwillige, die Lust, Zeit und viel Geduld mitbringen. Englisch-Kenntnisse wären hilfreich. Die Paten könnten je ein Kind unterstützen: durch gemeinsames Lesen etwa. Oder sie bei Ausflügen bekannt machen mit der Stadt und ihrer Kultur. „So leisten wir eine ganzheitliche Integration von Flüchtlingen und Migranten in allen Lebensbereichen. Wir bieten ihnen einen Ankerpunkt mit Austausch und Begegnung“, erklärt Julia Mohr. (wh)

Weitere Infos: www.multikulti-werkstatt.de
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