Hamburger Musikhochschule bröckelt

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Der Neubau der Hochschule für Musik und Theater aus den 1970/80er Jahren muss grundlegend saniert werden Fotos: Hanke

Sanierung des Trautwein-Gebäudes kostet 20 Millionen Euro

Von Christian Hanke
Hamburg. Es bröckelt an den Fassaden, es tropft durchs Flachdach, ein Notstromaggregat muss neu installiert werden. Der vor 40 Jahren eröffnete „Neubau“, das nach dem Architekten so genannte Trautwein-Gebäude der Hochschule für Musik und Theater am Harvestehuder Weg, muss dringend saniert werden. Die Sanierung der Hochschule wird rund 20 Millionen Euro kosten. Im September wird die Bürgerschaft von dem Vorhaben unterrichtet.
„Es liegt baulich einiges im Argen“, berichtet Sabine Bühning, unter anderem zuständig für die Gebäudeverwaltung und Betriebstechnik an der Hochschule. Die erste umfassende Sanierung der Anbauten an das schmucke Budge-Palais, dem Herzstück der Hochschule, steht an. Hier befinden sich vor allem Räume für den Lehrbetrieb, viele Studios für Oper-, Schauspiel- und Bewegungsunterricht. Die Schäden an den Fassaden sind deutlich zu sehen.
Andere Mängel sieht man nicht auf den ersten Blick. Brandschutz und Elektrik müssen auf den neusten Stand der Technik gebracht werden. Im Forum, dem 1985/86 erbauten Theatersaal der Hochschule, muss beispielsweise die Bühnen-Obermaschinerie erneuert werden. „Das Amt für Arbeitsschutz verlangt neue Steuerungen. Das wird sinnvoller Weise mit der Elektrik zusammen gemacht“, erläutert Sabine Bühring.
Zwei Jahre lang werden die Sanierungen dauern. In dieser Zeit muss das Trautwein-Gebäude komplett geräumt werden. Der ganze Unterrichts- und Veranstaltungsbetrieb wird verlagert.
Eine neue Unterkunft wird die Hochschule für Musik und Theater für zwei Jahre an der Hebebrandstraße nahe der City Nord finden. Sie wird in das frühere Gebäude der HafenCity Universität einziehen. Da dessen Umbau sich aber verzögert, kann die Musikhochschule erst im März 2015 umziehen. „Dort müssen viele neue Türen eingebaut und Laborräume für unsere Zwecke umgebaut werden“, erzählt Sabine Bühring. Große Räume erwarten die angehenden Musiker, Schauspieler und Regisseure. In der Regel 90 Quadratmeter statt Studios von 15 Quadratmetern.
1,5 Millionen Euro wird die Umrüstung der bisherigen Ausbildungsstätte für Architekten in einen Ort der Künste kosten. Dabei müssen Denkmal- und Brandschutzvorschriften beachtet werden. „Das ist keine leichte Aufgabe“, weiß Sabine Bühring.Noch keinen neuen Veranstaltungsort gibt es für die Vorstellungen der Hochschule im Forum. Vermutlich wird das Programm auf ganz Hamburg verteilt. Viele wahrscheinlich auf Lokalitäten im Stadtteil, wie die Jugendmusikschule oder den Saal im Rudolf-Steiner-Haus. Beide sind am Mittelweg gelegen.
Der Hochschule für Musik und Theater stehen große, wenn auch vorübergehende Umwälzungen bevor. Unberührt davon bleibt das Budge-Palais in Pöseldorf mit der Verwaltung und drei kleinen Sälen für Kammermusik.
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