Hamburger Radler in der Risiko-Zone

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Hier geht’s für Radler runter auf die Fahrbahn der Martinistraße. Für Knut Bourgound viel zu unsicher, weshalb er sich an die Wochenblatt-Redaktion wandte Foto: Hanke

Wochenblatt-Leser Knut Bourgound zeigt die Gefahren der Martinistraße und Troplowitzstraße

Von Christian Hanke
Hoheluft/Eppendorf
Jedes Mal, wenn Wochenblatt-Leser Knut Bourgound auf dem Fahrrad aus Lokstedt kommend die Hoheluftchaussee überquert hat und in der Martinistraße weiterfährt, ärgert er sich über die dortige Radwegsituation. „Hier kommt es regelmäßig zu schwierigen Situationen für die Radfahrer“, erzählt er. Weil sich die zwei Autofahrspuren aus der Troplowitzstraße am Anfang der Martinistraße zu einer Spur verengen und die Radler genau in diesem Bereich vom Radweg auf die Fahrbahn müssen. „Die Autofahrer, die sich auf das Einfädeln in eine Spur konzentrieren, müssen gleichzeitig die auf die Fahrbahn fahrenden Radfahrer im Blick haben“, erläutert Bourgound. Der Radweg wird dann einige Meter weiter, von kleinen Plastikbegrenzungen flankiert, auf die Straße geführt. Nur das sieht derzeit kein Radler, weil der Radweg vorher im Nichts endet und parkende Autos die Sicht auf den weiteren Verlauf versperren.

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Diese Situation ist so, seitdem an der Ecke Hoheluftchaussee/Martinistraße ein neues Wohnhaus errichtet wurde. Bedingt durch die Baustellle wurde der Radweg auf der südlichen Seite der Martinistraße unterbrochen. Knut Bourgound hat vor allem Angst um seinen Sohn. Der zehnjährige Lasse fährt jeden Morgen durch Troplowitz- und Martinistraße zur Stadtteilschule Eppendorf in der Löwenstraße. Der Bezirkspolitik ist die schwierige Lage nicht unbekannt. Der Regionalausschuss Eppendorf/Winterhude empfiehlt, den Radverkehr gleich hinter der Kreuzung Hoheluftchaussee auf die Fahrbahn der Martinistraße zu führen und folgte damit nicht der Planung des Bezirksamtes Hamburg-Nord, das den benutzungspflichtigen Radweg vor dem Neubau wiederherstellen und erst dahinter unverändert auf die Fahrbahn führen will. Der Regionalausschuss folgt dieser Planung nicht, weil der wiederhergestellte Radweg vor dem Neubau aufgrund der neuen Situation der Nebenflächen nur ein Meter breit werden würde und damit nicht mehr der Regelbreite für Radwege entspricht. Knut Bourgound ist wie das Bezirksamt für die Wiederherstellung der späteren Ableitung auf die Fahrbahn. „Nur die Plastikteile müssten durch Fahrbahnmarkierungen ersetzt werden“, findet Bourgound.


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1 Kommentar
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Timo Baumann aus Winterhude | 12.09.2016 | 09:19  
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