Hamburger Taxifahrer gegen höhere Fahrpreise

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Ab 1. Oktober wird Taxifahren in Hamburg teurer. Damit soll der Mindestlohn von 8,50 Euro der Taxifahrer bezahlt werden Fotos: mt

Tariferhöhung zum 1. Oktober wird mit Einführung des Mindestlohns begründet

Von Marco Dittmer-Thielcke
Hamburg. Ab Mittwoch wird Taxifahren in Hamburg deutlich teurer. Der Senat kündigte bereits vor zwei Wochen an, die Fahrpreise ab 1. Oktober um 7,8 Prozent zu erhöhen. Begründung: Man wolle den Taxifahrern den Mindestlohn von 8,50 Euro sichern.
Doch viele Taxifahrer sind offenbar gegen die Preiserhöhung, das ergab eine Umfrage des Wochenblatt unter Fahrern in Farmsen und in der Innenstadt.
Sie bezweifeln, dass am Ende der Schicht tatsächlich mehr im Portemonnaie ist, denn höhere Preise bedeutet oft auch weniger Fahrten. „Die Schmerzgrenze ist erreicht“, sagt Mathias C. aus Farmsen. „Die Uhr startet nach der Erhöhung bei 3,20 Euro. Da überlegt man sich doch zweimal, ob man mit dem  Taxi fährt“, so der langjährige Taxifahrer.
Neben der Grundgebühr steigen ab dem 1. Oktober auch die Kilometerpreise. Eine fünf Kilometer lange Fahrstrecke kostet demnach 14,70 Euro und ist 1,10 Euro teurer als bisher. Die letzte Fahrpreiserhöhung erfolgte zum 1. Oktober 2013. Damals wurden die Gebühren um durchschnittlich 4,36 Prozent angehoben.
Laut Verkehrsbehörde hat der Taxiverband Hamburg in den Verhandlungen sogar eine Erhöhung von 13 Prozent gefordert. Die Verbände wollen nach sechs Monaten prüfen, ob die aktuelle Anhebung ausreicht. Falls nicht, müsse gegebenenfalls nachgebessert werden. 
Taxifahrer wie Mathias C. sehen die Preispolitik ihres Verbandes kritisch. Zwar bleibt die Anzahl der Fahrten mit rund 17 Millionen seit Jahren stabil, doch die Konkurrenz wird mit Fahrdienstanbietern wie Uber und Co immer größer.  In dem neuen Wettbewerb können hohe Preise nachteilig wirken.  Das Oberverwaltungsgericht in Hamburg lehnte einen Eilantrag von Uber ab und bestätigte das Verbot des privaten Fahrdienstleisters in Hamburg.
Die befragten Taxifahrer aus Farmsen schlagen andere Lösungen vor. „Man sollte Taxifahrer von der Mineralölsteuer befreien, das wäre eine echte Entlastung“, sagt Mathias C. Dazu sagt die Verkehrsbehörde: „Das ist Sache der Finanzbehörde. Die Treibstoffkosten machen nur rund zehn Prozent der Gesamtkosten einer Taxe aus, insoweit würde keine durchgreifende Kostenminderung erreicht“, sagt Dirk Ritter von der Verkehrsbehörde.
Ob die Preiserhöhung den gewünschten Effekt hat oder sich negativ auf das Geschäft der Taxifahrer auswirkt, wird in sechs Monaten feststehen, wenn der Hamburger Taxiverband die Zahlen vergleicht. (mt)
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