Hamburgs Alsterschwäne in Wartestellung

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Anfang April sollen die Schwäne entlassen werden Foto: wb

Wegen der Geflügelpest müssen die Tiere länger im Winterquartier ausharren. Anfang April sollen die Wildvögel entlassen werden

Hamburg Wegen neuer Nachweise der Geflügelpest vom Typ H5N8 an Wildvögeln Anfang März sollen Hamburgs Alsterschwäne voraussichtlich noch 14 Tage länger als vorgesehen in ihrer Zeltunterkunft am Eppendorfer Mühlenteich verbringen (das Wochenblatt berichtete). Als Wildvögel müssen sie nicht wie Hausgeflügel aufgestallt werden. Dass die 120 Höckerschwäne dennoch, wie berichtet, den Winter im Zelt am Mühlenteich verbrachten, war eine Schutzmaßnahme. „Sie erfolgte aufgrund einer Risikobewertung der zuständigen Fachbehörden“, erklärt Schwanenvater Olaf Nieß, der seine Schützlinge seit November mit einem erweiterten Team aufwendig betreuen muss.

Tiere wohlauf

Die Tiere seien bislang wohlauf, noch hielten sich ihre Frühlingsgefühle in Grenzen. „Sie zeigen bislang noch keine Revierstreitigkeiten oder Nestbauverhalten“, so Nieß weiter. Der Entlassungstermin aus dem Winterquartier werde nun um 14 Tage überschritten. Voraussichtlich in der ersten Aprilwoche öffnet er die Zeltplanen, damit die Höckerschwäne sich wieder auf Alster und in den Fleeten tummeln können. Zugleich muss sich Nieß um Tierrettungen kümmern. Kürzlich etwa um Graugänse: In der Nähe des Alsterdorfer Bahnhofs ließen sie sich auf der Straße nieder. Sie veranlassten Bus- und Autofahrer zu riskanten Bremsmanövern, bis Olaf Nieß die Gänse mit Einsatz seines Hundes zur Flucht auf die nahen Wiesen bewegen konnte. Oder die Rettung eines Schwans auf dem Hummelsbütteler See – auch mit Happy End: Das Tier verhedderte sich in eine achtlos entsorgte Angelschnur und drohte zu ersticken. Eine aufmerksame Spaziergängerin hatte den Schwanenvater alarmiert, der das Tier bergen und von den dünnen Nylonschlingen um Hals und Gefieder befreien konnte. „Das ist der ganz alltägliche Wahnsinn“, konstatiert Nieß. Denn solche Vorfälle häufen sich regelmäßig mit Beginn der Angelsaison. Allzu oft werden die im gewässernahen Gebüsch verhedderten Angelschnüre Sing- und Wasservögeln zum Verhängnis – meist mit tödlichem Ausgang. (wh)

Info zu H5N8

Angesichts zahlreicher Ausbrüche in geschlossenen Geflügelhaltungen und nach gehäuften Nachweisen des Virus vom Typ H5N8 an verendeten Wildvögeln stellt eine Task Force der Vereinten Nationen fest: Ausbrüche von Geflügelpest seien verbunden mit intensiver Geflügelproduktion und deren globalen Handelsstrukturen. Wildvögel würden gefährdet, wenn das Virus aus der Geflügelwirtschaft in die Umwelt gelange. Die Forderung: Übertragungswege durch den nationalen und internationalen Handel mit Geflügel und Nebenprodukten sowie die Übertragungswege bei Geflügel, Zootieren und Wildvögeln seien deswegen genau zu erforschen. Weitere Infos: www.wai.netzwerk-phoenix.net

Weitere Infos: Hamburger Schwanenwesen
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