Hamburgs Radler fordern mehr Platz

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So möchte die Verkehrsbehörde Bellevue und Schöne Aussicht umgestalten Visualisierung: LSBG

Behörde will Wege rund um die Außenalster erneuern. Bürger sollen Anfang 2017 befragt werden

Von Christian Hanke
Winterhude
Die Fahrradstraßen rund um die Außenalster sollen im nächsten Jahr fortgesetzt werden, vom Harvestehuder Weg über Krugkoppel, Fernsicht, Bellevue und Schöne Aussicht zum Schwanenwik. Um Proteste, Fehlplanungen und Rückbau wie am westlichen Alsterufer zu vermeiden, hat der Landesbetrieb Straßen, Brücken, Gewässer (LSBG) in der letzten Wochen an fünf Standorten Passanten und Fahrradfahrer zur Verkehrssituation am Alsterufer in Winterhude und Uhlenhorst befragt, und um Anregungen und Verbesserungsvorschläge gebeten. Auch am schönsten Punkt der Straße Bellevue, an der „Ecke“ Außenalster/Langer Zug hatte der LSBG sein Infomobil aufgebaut. Drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kamen mit Vorübergehenden, Joggern und Fahrradfahrern ins Gespräch. Kay Rasch, auf dem Fahrrad unterwegs, findet die Lösung am Harvestehuder Weg „nicht optimal“. Er würde für die Autofahrer schlicht ein Schild „Durchfahrt verboten“ aufstellen. „Hier in Hamburg blockieren einen die Autofahrer und hupen dann sofort, wenn man ihnen im Weg ist. In München ist das ganz anders. Daher sollte man hier Auto- und Radverkehr voneinander trennen. Nur die Stadtrundfahrtbusse sollten noch an der Alster entlangfahren“, schlägt Rasch vor. Doris P., ebenfalls auf dem Fahrrad unterwegs, findet die Verkehrssituation in der Straße Bellevue nicht in Ordnung: „Der Radfahrweg ist zu schmal. Ich fahre dann auf die Straße, werde von Autos aufgeschreckt. Aber so halb und halb, das ist nicht gut. In den letzten Jahren ist die Stimmung schlechter geworden. Das ist ganz schrecklich für Radfahrer.“ Die Mitarbeiter vom LSBG, die ihr Infomobil an fünf verschiedenen Stellen aufgebaut hatten, haben viel Kritik gehört. „Alle sind sich einig: es muss etwas verändert werden für die Radfahrer. Die Busse werden als lästig, stinkend und laut empfunden. Aber die Ideen gehen weit auseinander“, fasst Daniel Sadowski zusammen. Anfang 2017 wird eine öffentliche Informationsveranstaltung stattfinden. Dann können die Argumente pro und contra ausgetauscht werden.

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Hamburg soll Fahrrad-Stadt werden, kündigt der rot-grüne Senat an. Doch wie geht das überhaupt? Wie funktioniert das Zusammenleben mit Autofahrern und Fußgängern? Der neue Radreporter vom Wochenblatt, Marco Dittmer, testet nicht nur neue Radwege, auf seinem Rennrad berichtet er über alle Themen, die ihm auf seinen Touren durch Hamburg begegnen. Sie haben Anregungen, Wünsche oder Kritik? Dann mailen Sie ihm unter Radreporter@hamburger-wochenblatt.de


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