Hamburgs Wappentiere im Schutzzelt

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Kein Grund zur Panik: Die Aufstallung der Schwäne ist eine reine Vorsichtsmaßnahme, sagt Schwanenvater Olaf Nieß. Bereits zum dritten Mal überwintern Hamburgs sonst wildlebende Wappentiere im Zelt Foto: Haas
Hamburg: Eppendorfer Mühlenteich | Vogelgrippe: Schwäne dürfen nicht im Eppendorfer Mühlenteich schwimmen

Hamburg Etliche Extraschichten und Kraftakte absolvierten Schwanenvater Olaf Nieß und sein Team in den vergangenen Wochen. Personal aus dem Umweltdezernat des Bezirks verstärkte die Truppe. Schon nach den ersten Ausbrüchen der Geflügelpest mit dem hochansteckenden Virus H5N8 in Schleswig-Holstein wurden die 120 Hamburger Schwäne vorzeitig eingefangen und ins angestammte Winterquartier am Eppendorfer Mühlenteich gebracht. Zugleich musste das Team eine stabile Zeltunterkunft aufbauen, in denen die Tiere, wie schon im Winter vor zwei Jahren, die nächste Zeit verbringen werden. „Alle hier im Zelt einquartierten Schwäne sind kerngesund. Keine Panik ist angesagt, wohl aber erhöhte Vorsicht und Aufmerksamkeit“, erklärt Olaf Nieß. „Unsere lebenden Wappentiere sind zwar Wildvögel und wir sind nicht zur Aufstallung verpflichtet.“ Die Unterbringung im Zelt sei aber eine bewährte Vorsichtsmaßnahme, so Nieß weiter. Das Mega-Zelt dürfen nur er und sein Team in Schutzanzügen und Überschuhen durch eine Desinfektionssperre betreten, sonst hat niemand Zutritt. „Auch unterm Zeltdach leben die Höckerschwäne möglichst artgerecht – durchaus ähnlich einer Wintergemeinschaft in freier Wildbahn: In Gruppen tummeln sie sich in Schwimm-Bassins, bewegen sich zu Futterstellen, nach der Gefiederpflege ruhen sie gemeinsam auf Stroh“, sagt der Schwanenvater.

Tote Tiere werden sofort geborgen


Auf täglichen Gewässerstreifen registriert Nieß sämtliche Vorfälle. Verendete Tiere werden geborgen und überprüft. Unter ihnen gäbe es bis dato keinen zusätzlichen Fall von Vogelgrippe. Die Geflügelpest vom Typ H5N8 war kürzlich in Hamburg an mehreren verendeten Reiherenten in den Speicherbecken der Elbinsel Kaltenhofe nachgewiesen worden. Zuvor war sie in einem kleinen Putenbetrieb bei Lübeck sowie in einer geschlossenen Hühnerhaltungsanlage mit 30.000 Tieren bei Flensburg ausgebrochen. Auch an wildlebenden Wasservögeln wurde das Virus nachgewiesen. Dem Naturschutzbund Nabu zufolge sind betroffene Wildvögel mutmaßliche Opfer der Geflügelpest. Bei vergangenen Ausbrüchen der Vogelgrippe seien vor allem Geflügelfarmen betroffen gewesen. In geschlossenen Massentierhaltungen sei der Vireneintrag durch weltweite Handelsbeziehungen wahrscheinlich. Dort würde sich der aggressive Virusstamm wegen der hohen Haltungsdichte von Vögeln bevorzugt entwickeln. (wh)

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