Handwerk in Hamburg-Nord: „Die Auftragsbücher sind voll“

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Lutz-Matthias Peters, der Bezirkshandwerksmeister Hamburg-Nord, sieht derzeit kaum Probleme für das Handwerk dort Foto: Hanke

Bezirkshandwerksmeister ist mit Entwicklung zufrieden und weist CDU-Kritik zurück

Hamburg-Nord Wird das Handwerk im Bezirk Hamburg-Nord vernachlässigt? Dieser Meinung ist die CDU im Bezirk. Versäumnisse in Bezug auf die Förderung handwerklicher Betriebe in Hamburg-Nord habe die Wirtschaftsbehörde auf Anfrage der Christdemokraten zugeben müssen, vermeldet die CDU. Die Wirtschaftsbehörde hatte auf die Frage, was die Behörde zum Erhalt traditioneller Hinterhofwerkstätten unternehme, geantwortet, dass sie, wenn mit Hinterhofwerkstätten die Kombination von Wohnen und Arbeiten auf demselben Grundstück gemeint sei, diese nicht mehr für zeitgemäß halte. Worauf sich der wirtschaftspolitische Sprecher der Nord-CDU, Kai F. Debus, empörte: „Modern ausgestattete Betriebe können problemlos mit Wohnnutzung kombiniert werden. Wer diese traditionellen Hinterhofwerkstätten nicht mehr zeitgemäß findet, hat die städtische Wirtschaft nicht verstanden.“ Der haushaltspolitische Sprecher der CDU, Nizar Müller, sekundierte Debus mit einem Fazit zu dem Fakt, dass zwischen 2010 und 2015 1.515 Handwerksbetriebe aus Hamburg-Nord abgewandert seien. Diese Tatsache finde überhaupt keine Beachtung. Müller schlussfolgerte daraus: „Offensichtlich spielt die Förderung von Handwerksbetrieben für die Verwaltung in Hamburg-Nord keine Rolle.“ Er unterschlug dabei allerdings die Tatsache, dass sich im selben Zeitraum in Hamburg-Nord 1494 neue Handwerksbetriebe angesiedelt haben. Unterm Strich also fast plus minus null.

Noch Platz an der „Meistermeile“


Als leuchtendes Vorbild hält die CDU dem Bezirksamt Hamburg-Nord dabei die geplante „Meistermeile“ am Offakamp in Lokstedt dicht an der Grenze zu Eppendorf vor Augen. Hier sollen knapp 11.000 Quadratmeter Werkstattfläche für rund 70 mittlere und kleine Handwerksbetriebe bereitgestellt werden. Fertigstellung 2018. Flächen bereits reserviert haben 29 Betriebe. Die Wirtschaftsbehörde verweist in der Antwort auf die CDU-Anfrage, ob Ähnliches auch in Hamburg-Nord geplant sei, auf Gewerbehöfe in Barmbek und Dulsberg in Planung sowie auf die Möglichkeit für Handwerksbetriebe aus Hamburg-Nord, sich aufgrund der grenznahen Lage der „Meistermeile“ auch dort einzumieten. Dem Bezirkshandwerkmeister für Hamburg-Nord, Lutz-Matthias Peters sind derzeit kaum Probleme für das Handwerk in Hamburg-Nord bekannt. „Dem Handwerk geht es nach einer gerade durchgeführten Umfrage unter den Betrieben in ganz Hamburg sehr gut. Die Auftragsbücher sind voll“, berichtet er. „In Hamburg-Nord haben wir einen guten Draht zum Bezirksamt. Mir sind keine Klagen bekannt. Es herrscht ein offener und fairer Umgang miteinander. Natürlich befinden wir uns in Bezug auf Flächen derzeit in starker Konkurrenz zum Wohnungsbau, insbesondere zu Flüchtlingsunterkünften. Da mahnen wir schon: Vergesst das Handwerk nicht! Wir sind an kleinen Gewerbebetrieben und -höfen sehr interessiert, die gut für die Nahversorgung sind und bedauern natürlich deren Aufgabe zugunsten von Wohnungsbau“, schildert Peters die Lage des Handwerks im Bezirk. Also viel Lärm um wenig und eine Menge „heiße Luft“. (ch)
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