Hegestraße: SPD-Mann Dobritz unterstützt Mieter

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Die letzten Mieterinnen und Mieter der Häuser Hegestraße 46 a-f, wollen für ihre Wohnungen kämpfen. Sie erhielten kürzlich Besuch von Werner Dobritz (4. v. l.) und Jan Freitag (r.) von der SPD und Wolfgang Hinsch (Kulturhaus Eppendorf) Foto: Hanke
Hoheluft. Die letzten Mieterinnen und Mieter der Häuser Hegestraße 46 a-f werden nicht weichen. Das bekräftigten sechs von ihnen bei einem Besuch von zwei Sozialdemokraten, dem ehemaligen Bürgerschaftsabgeordneten Werner Dobritz und dem Sprecher der SPD im Regionalausschuss Eppendorf/Winterhude, Dr. Jan Freitag, in dem einst idyllischen Hinterhof, der nun ein Bild des Jammers geworden ist. „Seit 2009, seit neue Eigentümer die Gebäude erworben haben, ist nichts mehr gemacht worden“, berichten die Mieterinnen und Mieter übereinstimmend. „Warum haben Sie sich nicht ans Bezirksamt gewandt?“, möchte Jan Freitag wissen. „Das haben wir doch!“, so eine Mieterin.. Ein Vertreter des Bezirksamtes kam, sei entsetzt vom Zustand einiger Wohnungen gewesen, und versprach diese Zustände zu melden. Doch der Besuch blieb ohne Folgen. Zwei Jahre lang hofften die Mieterinnen und Mieter auf die von dem neuen Vermieter angekündigte Sanierung ihrer Häuser.
„Volk gegen Investoren“
Die mittlerweile leer stehenden Wohnungen störten sie nicht. Sie sollten ja saniert werden. Als nach zwei Jahren immer noch nichts passierte, wurden die Mieter langsam misstrauisch. „Die Kündigungen kamen dann trotzdem völlig überraschend“, erzählt Iris Grabig, eine der Mieterinnen. Der Widerstand gegen die Kündigungen hat sie nun zusammengeschweißt. Und sie kämpfen mittlerweile nicht nur mehr für ihre eigene Wohnung.
„Wir führen einen Schauprozess. Volk gegen Investoren“, sagt Maggi Willer, eine andere Mieterin. Die Mieter werden von Werner Dobritz unterstützt, der die politische Auseinandersetzung mit dem Investor fordert. „Man muss es wollen“, sagt der frühere Bürgerschaftsabgeordnete. Jan Freitag verspricht die Solidarität der SPD Eppendorf, macht den Mietern aber aufgrund von Gesetzen und Verordnungen, die beachtet werden müssten, nicht allzu viel Hoffnung. Die entscheidende Frage, die bei der Begehung diskutiert wurde: Ist das Vorhaben der Eigentümer eine Komplettsanierung mit Entkernung – oder ein Abriss? „Wenn so viele Wände erhalten bleiben, dass das Gebäude noch stehen kann, ist es eine Sanierung“, erläuterte Werner Dobritz, sonst ein Abriss. Ist es ein Abriss, kann die Baugenehmigung zurückgenommen werden. In jedem Fall hätte ein so starker Eingriff in die Bausubstanz, ob nun Abriss oder Entkernung, 2009 nicht hätte sein müssen. Ein Gutachten aus der Zeit vor dem Verkauf zeigt: Die Gebäude hätten damals problemlos saniert werden können. Wie zum Beispiel die baugleiche Anlage Hegestraße 10.
In zwei Wochen soll die Bestandsaufnahme der Häuser Hegestraße 46 a-f von Bezirksamt und Bezirkspolitik abgeschlossen sein.
Das WochenBlatt fragte bei der Artus GmbH in Sachen Hegestraße nach, dort hieß es, man soll die Fragen per Fax schicken. Eine Antwort darauf gab es nicht. (ch)
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