Heimathafen gesucht

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Neues Rettungsboot für die DLRG: Die Anschaffung des 5,40 m langen Bootes spendierte die Haspa, Wert: 25.000 Euro. Jetzt suchen die freiwilligen Lebensretter einen Heimathafen an der Alster. Foto: hfr
 
Bernhard Hänel, der Vorsitzende der DLRG Wandsbek, die für die Alster zuständig ist, wünscht sich eine Station für die Rettungskräfte an der Außenalster. Foto: hfr

DLRG braucht festen Liegeplatz für ihre Rettungsboote

Von Christian Hanke

Rotherbaum. Sie retten Menschen, die auf der Alster mit ihren Booten kentern: Die Männer von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Manchmal geht es dabei um Leben und Tod. Mit zwei Booten überwachen sie die Alster – ehrenamtlich.

Doch eine Unterkunft, eine Station haben sie nicht. Ihre Boote liegen bei zwei verschiedenen Sportvereinen, beim Hamburger Segel-Club in St. Georg und beim Hamburger und Germania Ruder-Club auf der gegenüberliegenden Seite in Rotherbaum. Die Ausrüstung wiederum, unter anderen hochsensible digitale Funkgeräte, lagern in einem Kellerraum bei der Wasserschutzpolizei am Anleger Rabenstraße.

Stundenlange Einsätze

Bei allen diesen Institutionen sind die Lebensretter aber nur Gäste. Als solche dürfen sie denn auch mal die Gastronomie nutzen oder aufs Örtchen gehen. „Wir müssen uns aber an der Alster aufhalten, sonst könnten wir unsere Aufgaben nicht wahrnehmen“, erläutert Bernhard Hänel, der Vorsitzende der DLRG Wandsbek e.V., die für die Einsätze auf der Alster zuständig ist.
Sechs bis acht Stunden sind seine Kameraden meistens am Tage im Einsatz, an den Wochenenden und am Mittwoch. Da begleiten die DLRG-Besatzungen, drei Mann auf einem Boot, vor allem die Regatten und betreuen Großereignisse wie das japanische Kirschblütenfest, den Triathlon oder Filmfestspiele auf der Binnenalster. Auch bei Kanuausflügen von Schulklassen auf den Alsterkanälen sind die DLRG-Mitglieder dabei. Außerdem werden Patrouillenfahrten gemacht. Vor jedem Einsatz müssen sich die DLRG-Besatzungen über Windrichtungen und Wettervorhersagen informieren.
Kippt ein Boot bei einer Regatta um, fragen die Lebensretter erst einmal, ob ihr Einsatz vonnöten ist. „Wenn wir eingreifen, ist das Boot disqualifiziert“, erläutert Bernd Riechert, einer der Bootsführer.
Ihre Ausrüstung müssen die DLRG-Mitglieder weitgehend selbst finanzieren. „Wir machen das in unserer Freizeit, zahlen einen Mitgliedsbeitrag dafür“, erzählt Bernd Riechert. Bootsführer wie er haben eine entsprechende Ausbildung zur Führung eines Motorbootes. Die beiden übrigen Besatzungsmitglieder sind ausgebildete Rettungsschwimmer.
Kürzlich erhielten die Lebensretter ein zweites Rettungsboot für ihre Alster-Einsätze. Die Hamburger Sparkasse hatte es aus ihrem Lotterie-Sparen finanziert. So froh die DLRG Wandsbek über diese Erweiterung ihrer Flotte war, so bekümmert den Verein unverändert die fehlende Station an der Alster. Bernhard Hänel, DLRG-Vorsitzender Wandsbek: „Wir brauchen ein Quartier nicht nur, um unser Material zusammen zu lagern, sondern auch als Treffpunkt, gerade für die jungen Mitglieder. Sonst entsteht keine Kameradschaft“, sein Kollege Bernd Riechert ergänzt: „Wir können den jungen Leuten nichts bieten. So bricht uns der Nachwuchs weg. Es wäre schön, wenn sich die jüngeren Mitglieder auch mal zum Grillen treffen könnten.“
Einen Ort für eine solche DLRG-Station haben die ehrenamtlich tätigen Lebensretter bereits vor Augen. Ein Bereich im Norden der Anlage der Wasserschutzpolizei am Rabenstraßensteg käme in Frage. „Ein Wohncontainer oder Mobilheim würde die Lösung sein“, meint Bernhard Hänel. Doch bisher stieß der Vorsitzende der DLRG Wandsbek bei den Behörden auf taube Ohren. Jetzt hofft er auf den politischen Willen, „den Rettungsschwimmern, die so viel für unsere Stadt tun, auch einmal etwas zurückzugeben.“ (ch)
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