Heimspiel für Marek Erhardt

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Kurzer Arbeitsweg: Marek Ehrhadt spielt ab 18. Juli zum ersten Mal in der Komödie Winterhuder Fährhaus. Seit drei Jahren wohnt er in Winterhude, hier steht er auf der Fußgängerbrücke am Winterhuder Kai - direkt gegenüber der Komödie. Bei den Proben hat er zwar den Arm verletzt, die Premiere ist aber nicht in Gefahr
 
Erhardt als fieser Ölprinz bei den Karl-May-Festspielen Fotos: Karl-May-Festspiele

Der 45-jährige wohnt in Winterhude – und spielt jetzt erstmals im Fährhaus

Von Christian Hanke
Winterhude Premiere bei der Premiere im Winterhuder Fährhaus: Marek Erhardt spielt erstmalig in dem beliebten Komödientheater.
Ab 18. Juli verkörpert der Schauspieler in der Komödie „Vier nach vierzig“ von Fritz Schindlecker einen unangenehmen Versicherungsmakler, laut, eigenwillig, rücksichtslos. Kaum zu glauben, wenn man mit dem freundlichen Schauspieler spricht, der von sich selbst sagt, dass er gern lacht und sich nur allenfalls ganz kurz über etwas ärgert. Aber er ist eben Schauspieler. Diese Tätigkeit empfindet Erhardt unter den vielen Aktivitäten, denen er sich widmet, auch als seinen ersten Beruf. „Schauspielerei mit vielen Fangarmen“, beschreibt er diese Facette seines Lebens. Theater, Film und vor allem Fernsehen sind seine Tätigkeitsfelder. Man kennt ihn aus „Da kommt Kalle“, vom Traumschiff, vom Großstadtrevier und anderen Formaten. Was reizt ihn an Fernsehserien? „TV-Serien geben einem eine berufliche Sicherheit. Außerdem kann man eine Figur weiterentwickeln.“ Ins Fernsehen ist der 45-jährige so eingebunden, dass zum Theaterspielen kaum Zeit bleibt. Darum freut sich der vielbeschäftigte „Unterhaltungskünstler“ - so bezeichnet er sich selbst - , der auch als Sprecher für Werbung, Moderator und Synchronsprecher arbeitet, über sein Engagement an der Komödie. In diesem Sommer hat Erhardt mit der Komödie Winterhuder Fährhaus einen idealen Arbeitsplatz.

Minutenschnell vor Ort

Da „Vier nach vierzig“ in der Komödie und nicht wie die meisten Fährhaus-Produktionen in Berlin geprobt wird, und Erhardt seit drei Jahren in Winterhude wohnt, benötigt er nur sechs Minuten zur Arbeit. „Ich fahre täglich durch die Hudtwalckerstraße und hatte schon immer den Wunsch hier zu spielen. Deshalb war ich sehr froh, als mich Intendant Michael Lang auf diese Rolle ansprach“, erzählt Marek Erhardt. Er fühlt sich in Winterhude mit seiner Ehefrau Maren und den Töchtern Marla (11) und Mathilda (7) sehr wohl: „Wir wohnen in der Nähe des Stadtparks.“
„Ich fühle mich wie auf dem Lande und in einer Viertelstunde ist man in der Innenstadt.“ Wochenenden mit der Familie sind dem zweifachen Vater sehr wichtig. Die müssen derzeit genutzt werden, denn in den kommenden Monaten brummt es bei Marek Erhardt wieder auf allen Kanälen. Unter anderem wird im Oktober sein erstes Buch vorgestellt: Undercover.
Zwei Jahre lang hat der Schauspieler Zivilfahnder in Billstedt begleitet, hat ihre Ermittlungen in Sachen Kindesmissbrauch, Brandstiftung oder Raubmord miterlebt.
Eigentlich wollte er sich nur auf eine Rolle vorbereiten. Doch dann wollte er mehr wissen über die Undercover-Polizisten und ihre Tätigkeit, hospitierte bei ihnen. „Ich habe alles miterleben dürfen“, erzählt Erhardt, der die Profis auf eigene Verantwortung begleitete. „Wir hatten ein Verabredung: die Beamten mussten sich nicht um mich kümmern und wenn´s mir zu gefährlich wurde, konnte ich mich entfernen.“ Erhardt war nicht bewaffnet. Er trug aber eine schusssichere Weste. „Ein paar Mal bin ich weggelaufen, wenn ein Schusswechsel zu erwarten war“, erzählt der Schauspieler, der die Welt seit dieser Zeit ganz anders wahrnimmt. „Man wird wahnsinnig demütig. Dafür, dass ich so leben kann, wie ich lebe“, berichtet Erhardt, der außerdem seit seiner Undercover-Hospitanz nicht mehr spazieren gehen kann, ohne Menschen genau zu beobachten. „Man entwickelt einen Blick für Menschen. Das ist unfassbar“, staunt der Winterhuder.
Wie entstand sein Wunsch Schauspieler zu werden? War dieser Beruf für ihn selbstverständlich, da er in einer prominenten Künstlerfamilie aufgewachsen ist? „Zuerst wollte ich Polizist werden. Aber der Weg war vorgezeichnet“, erzählt der Unterhaltungskünstler. Sein Vater Gero Erhardt hat ihm den Einstieg in eine Fernsehserie vermittelt, ihm sehr geholfen. „Er ist ein toller, wichtiger Vater. Aber er hat von mir immer 110 Prozent verlangt“, berichtet der erfolgreiche Sohn. An seinen besonders berühmten Großvater, den Komiker Heinz Erhardt, hat Enkel Marek kaum Erinnerungen. Heinz Erhardt erlitt 1972 einen Schlaganfall, starb sieben Jahre später. Marek Erhardt wurde 1969 geboren. „Ich sehe seine Filme wie jeder andere Heinz-Erhardt-Fan.
Ich habe keine Verbindung zu meinem Großvater“, erzählt der Enkel. Und wenn er ab 18. Juli auf der Bühne des Winterhuder Fährhauses steht, wird er bestimmt nicht den Humor des berühmten Opas imitieren. (ch)
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