Hier wächst Hamburg zu

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Das Durchkommen in der Bussestraße ist streckenweise beschwerlich Foto: Wilfried Henjes/wb

Unkraut wuchert auf Gehwegen. Abschnitte in Winterhude kaum passierbar

Hamburg. „Als ich von Niendorf nach Winterhude gezogen bin, dachte ich, das sei eine feine Gegend. Aber in manchen Straßen kommt man sich vor wie in einem Armenviertel.“ Wilfried Henjes schätzt zwar Hamburgs Grün, doch derzeit sind ihm die Pflanzen zu raumgreifend: „In meinem Haus in der Timmermannstraße leben 15 Kinder. Mit dem Kinderwagen kommt man aber kaum noch über den Gehweg, weil der zugewuchert ist.“ Gerade mal 20 bis 30 Zentimeter Platz würden verbleiben. „Das ist auch schwierig für Menschen mit Rollator“, sagt der 84-Jährige, der in der Bussestraße, Ohlsdorfer Straße, Krochmannstraße und Baumkamp ähnliche Zustände ausmachte. Auch Bernd Kroll von der Bürgerinitiative „Unser Mühlenkamp“ ärgert sich über unpassierbare Gehwege: „Im Abschnitt zwischen Wiesendamm und Barmbeker Straße ist der Fußweg so gut wie unbenutzbar und im Abschnitt zwischen Barmbeker Straße und Goldbekplatz lässt die Pflege durch den Kleingartenverein auch sehr zu wünschen übrig.“

Dankbar für Hinweise

Erst nach mehrfacher mündlicher Aufforderung seien die Pflanzen geschnitten worden, jedoch nicht im gesamten Abschnitt. Die Kleingärtner am Goldbekufer seien jedoch nicht verantwortlich: „Es gibt in dem Bereich unterschiedliche Eigentumsverhältnisse und Interessen. Auch die Marktbeschicker, Anwohner und Mütter mit Kinderwagen müssen berücksichtigt werden. Nach den Sommerferien werden wir uns alle zusammensetzen“, so Frank Dietrich vom Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG). Auch die von Wilfried Henjes monierten Flächen hätten unterschiedliche Untereigentümer der Hansestadt Hamburg: „Wir sind dankbar für Hinweise und geben sie an die entsprechende Fachbehörde weiter. Uns liegt sehr viel daran, die Zustände vor Ort so zu halten, dass niemand beeinträchtigt oder gefährdet wird.“ Neben dem LIG könnten sich Bürger auch an das Management des öffentlichen Raums in ihrem Bezirksamt wenden. Die personelle Situation ließe es leider nicht mehr zu, regelmäßige Begutachtungen durchzuführen.
Vom Bezirksamt kam kurz vor Redaktionsschluss noch folgende Aussage: „In diesem Jahr ist der Wildwuchs wegen des milden Winters und des außergewöhnlich warmen Juli leider besonders stark. Die Verkehrssicherheit hat oberste Priorität. Die Mäh- und Gehölzrückschnittarbeiten werden daher in Abstimmung mit der Polizei hauptsächlich auf die relativ verkehrsarme Schulferienzeit gelegt, damit die Schulwege zu Beginn des Schuljahres sicher sind. Die Busse- und Timmermannstraße sowie die Straße Goldbekufer werden Anfang August in Angriff genommen.“ (flü)
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