Hightech im Open Air-Kino in Hamburg

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Auf dem Alsterdorfer Markt kommt eines der modernsten Freiluft-Kinos Deutschlands zum Einsatz

Induktions- und Funktechnik für Sehbehinderte. Stefan Gwildis liest Deskription live

Von Miriam Flüß
Hamburg. Im August wird der Alsterdorfer Markt nach Sonnenuntergang Schauplatz für Hamburgs erstes vollständig barrierefreies Open-Air-Kino. Für Blinde gibt es bei allen gezeigten Filmen Audio-Beschreibungen per Funk-Kopfhörern. Zusätzlich sind alle Filme untertitelt.
Zu hausgemachtem Popcorn flimmern jeweils freitags um 21.30 Uhr die Tragikomödie „Imagine“ (1. August), Bully Herbigs Komödie „Buddy“ (8. August), der Klassiker „Casablanca“ (15. August) und die Komödie „Miss Sixty“ (22. August) über die Leinwand.
Ein besonderes Highlight ist die „Casablanca“-Vorstellung, deren Blinden-Deskription live vom Hamburger Sänger Stefan Gwildis gelesen wird. Dem Künstler gefällt die Idee vom Kino für alle. „Für das Programm mussten wir lange recherchieren, denn die Filmverleiher vergeben ihre neuen Filme nicht an kostenloses Open-Air-Kino“, erklärt Veranstalterin Julia Rath vom Event Markt Alsterdorf.
Ältere Filme sind nur selten mit Audiodeskription versehen. Da seit 2013 aber nur noch Filme von der Filmförderung unterstützt werden, die mit Audiodeskription für Blinde oder Sehbehinderte sowie mit Untertiteln für Hörgeschädigte produziert werden, werde die Programmerstellung zukünftig wohl leichter fallen.
Funkkopfhörer und Empfänger für den Empfang der Audiodeskription werden verliehen, um eine Voranmeldung bis zum Vortag um 12 Uhr wird gebeten unter info@event-markt-alsterdorf.de oder Telefon 50772020. Smartphone-Besitzer können die Audiodeskription von „Imagine“ und „Buddy“ außerdem über die kostenfreien Apps Greta und Starks empfangen. Für induktives Hören mit Hörgerät oder „Cochlea“-Implantat steht außerdem ein markierter Bereich für Besitzer dieser Technik zur Verfügung. Snacks und Getränke sind vor Ort erhältlich, Sitzgelegenheiten sollten mitgebracht werden, da nur eine begrenzte Anzahl zum Verleih bereitsteht.
Das Sommerkino ist kostenlos. Da die Technik für eine Tonübertragung per Funkkopfhörer und Induktionsschleife mit 1.900 Euro pro Abend aber ein teures Vergnügen ist, freuen die Veranstalter sich über eine Spende vor Ort.
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