Hilfe, die von Herzen kommt

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Ein Teil des Helferteams der Notunterkunft Falkenried. Hier übernachten Flüchtlinge Foto: ch
 
Die Kinder der Flüchtlinge verarbeiten die schreckliche Vergangenheit sofort in Bildern Foto: Hanke

Am Falkenried finden Flüchtlinge Unterstützung – mitunter auch für mehrere Tage

Von Christian Hanke
Hoheluft
Bilder, von Kindern gemalt, hängen seit einigen Wochen an den Wänden des Gemeinschaftsraums der Mietergenossenschaft Falkenried. Bilder, die von Vertreibung und Flucht, von Tod und Erschöpfung erzählen. Seit Mitte September haben hier 450 Flüchtlinge übernachtet. Menschen, die auf der Durchreise sind, oder es nach ihrer Ankunft noch nicht geschafft haben, sich registrieren zu lassen. „Wir holen sie am Hauptbahnhof ab, fahren sie hierher und bereiten ihnen gemütliche Stunden für eine Nacht“, erzählt Stefanie von Trechten von der Helfergruppe für Flüchtlinge der Mietergenossenschaft. 32 Menschen, etwa zur Hälfte aus den Falkenried-Terrassen, viele andere sind über die Initiative „Wir-sind-Eppendorf“ dazugekommen, kümmern sich um die Kurz-Zeit-Gäste. Sie bereiten die Nachtlager im Gemeinschaftsraum für bis zu zwölf Personen vor, kaufen Lebensmittel ein, begleiten die Flüchtlinge vom und zum Haupbahnhof, bereiten Essen vor, bauen den Raum am Morgen wieder um und waschen die Wäsche. Manchmal wird auch eine Reinigungsfirma engagiert. Im Gemeinschaftraum befinden sich eine Küchenzeile, Tische und Stühle – zudem steht im Nebenraum ein Fußballkicker. Zwei Toiletten mit Hygieneartikeln schließen sich an.
Die Flüchtlinge, meistens Familien mit Kindern aus Syrien und Afghanistan, können sich aus Kleiderspenden nehmen, was sie brauchen. „Wir haben sehr viel Kleidung bekommen, so dass wir die Spendenannahme jetzt gestoppt haben. Wir können die Kartons nicht mehr unterbringen“, erzählt Stefanie von Trechten. Auch Wlan stellt das Helferteam den Durchreisenden kostenlos zur Verfügung.
Am Abend werden die Flüchtlinge versorgt – und wenn es sich ergibt, bleiben die Helferinnen und Helfer noch und reden mit ihnen. „Auf Wunsch lassen wir sie allein. Sie können die Tür abschließen und sich ausruhen“, berichtet Stefanie von Trechten. Die Kommunikation sei kein Problem. Manchmal würden andere Flüchtlinge oder Nachbarn als Dolmetscher helfen, aber es ginge auch „viel mit Händen und Füßen“, so von Trechten. In seltenen Fällen bleiben die Flüchtlinge auch länger als eine Nacht. „Als eine schwangere Frau erkrankte, wurde sie im UKE behandelt. Da sind der Mann und ihre fünf Kinder länger geblieben. Wir haben sie dann immer ins UKE und zurück gefahren. Da gab es beim ersten Mal ein großes Wiedersehen, denn die Frau wusste nicht, dass Mann und Kinder in Hamburg untergebracht waren“, berichtet von Trechten.
Unter den Flüchtlingen gab es bislang im Miteinander keine Probleme. „Auch wenn wir zwei oder drei Familien unterbringen, verstehen die sich sofort miteinander und helfen sich gegenseitig“, kann die Sprecherin des Helferteams nur Harmonisches von den Übernachtungen berichten. Am Hauptbahnhof wird bereits darauf geachtet, dass nur von Kultur und Geschlecht zueinander passende Flüchtlinge ins Falkenried geschickt werden. An vier oder fünf Tagen in der Woche nächtigen die Transitgäste an den Falkenried-Terrassen. Mitunter ist der Raum vermietet. Dann muss umgerüstet werden. Solange, bis die nächsten Flüchtlinge kommen.
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