Hilfe für studierende Mütter in Hamburg

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Studienabschluss muss auch Müttern in Not möglich sein: Petra Helf und eine Stipendiatin, Andrea Körner und Dr. Angelika Paschke-Kratzin (v.l.) Foto: Haas

„Madame Courage“ und ZONTA fördern Alleinerziehende bis zum Abschluss und Berufseinstieg

Rotherbaum Wenn sie während ihres Studiums Mütter werden, geraten Studentinnen oft in prekäre Lebenssituationen, weiß Dr. Angelika Paschke-Kratzin, Gleichstellungsbeauftragte der Uni Hamburg, aus Erfahrung. Dagegen helfe nur finanzielle und ideelle Unterstützung. Zu einer Feier in der Uni-Gleichstellungsstelle am Mittelweg begrüßte Angelika Paschke-Kratzin kürzlich Vertreterinnen von zwei Fraueninitiativen, die sich erfolgreich für studierende Mütter engagieren und ihren Studienabbruch verhindern: Dafür finanziert der ZONTA-Club Hamburg-Hafen das Projekt „Madame Courage“ des Sozialdienstes katholischer Frauen (SKF). „Empowering women“ werde nach amerikanischem Vorbild auch in den 4.700 Mitglieder zählenden deutschen Clubs berufstätiger Frauen groß geschrieben. Das erklärte Petra Helf, Präsidentin des ZONTA-Clubs Hamburg-Hafen. „Angesichts der Notlage vieler schwangerer Studentinnen wollen wir noch weitere Unternehmen gewinnen und auch Brücken zur Berufstätigkeit nach dem Studium schaffen“, so Petra Helf.

Stabilisierung


Andrea Körner wies auf die lange SKF-Tradition in der Unterstützung lediger Mütter und ihrer Kinder. Sie berät und unterstützt bei „Madame Courage“ Studentinnen in psychischen und finanziellen Notlagen. „Unsere Beratung zielt auf ihre Stabilisierung“, sagt Andrea Körner. Nach der Trennung vom Vater des Kindes greifen andere Hilfen oft nicht. Die Folge sei der Abbruch des Studiums, Arbeit im Niedriglohnsektor und dauerhafte Abhängigkeit von staatlicher Unterstützung bis hin zur Altersarmut. Davor setze „Madame Courage“ an. „Wir ermutigen und unterstützen alleinerziehende Mütter im letzten Studienjahr, um den Studienabschluss zu ermöglichen. Damit eröffnen wir neue Perspektiven.“
„Ohne Madame Courage hätte ich es nicht geschafft“, erklärt etwa Ex-Stipendiatin Gina Cornehl. Inzwischen konnte sie ihr Lehramtsstudium erfolgreich abschließen, ist bereits als Lehrerin tätig – und engagiert sich jetzt selbst für „Madame Courage“. Sie wolle etwas zurückgeben und Gleichbetroffenen helfen: „Es geht darum, diese Grundangst vor sozialem und finanziellem Druck zu besiegen. Ebenso die Trauer, keine wirkliche Familie zu sein.“ Andrea Körner, Petra Helf und Dr. Angelika Paschke-Kratzin ernten großen Beifall der 40 Gäste – ausschließlich Frauen – mit ihrer abschließenden Forderung: „Dauerhafte Elternschaft und qualifizierte Berufsausbildung müssen vereinbar sein.“ (wh)

Weitere Infos: Zonta-Club Hamburg Hafen und Madame Courage
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