Historisches und Aktuelles im Stadtteil Eppendorf

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Bernhard Lang in der Eppendorfer Landstraße mit Fotos von der kürzlich abgerissenen Bebauung an der Ecke Martinistraße. Im Hintergrund die leere Fläche nach diesem Abriss Foto: Hanke

Bernhard Langs bietet einen neuen Rundgang durch das beliebte Viertel an

Von Christian Hanke
Eppendorf
Am 6. März hat eine neue Führung durch Eppendorf Premiere. Zwei Stunden lang geht Stadtführer Bernhard Lang mit Interessierten durch den schönen Stadtteil an der Alster und erläutert viel Historisches und auch ganz Aktuelles. Ausgehend von der geplanten Flüchtlingsunterkunft zeigt Lang am Lokstedter Weg das alte Arbeiterquartier von Eppendorf, die Thälmann Gedenkstätte am Ernst Thälmann Platz und die Installation Verhörzelle an der Ecke Erika- und Geschwister-Scholl-Straße, die an die Geschwister Sophie und Hans erinnert, Widerstandskämpfern gegen das NS-Regime. Erinnerungsorte an ein längst vergangenes Eppendorf – und Stätten, an denen die Vergangenheit mahnt. Lang setzt sie in Zusammenhang zur Flüchtlingssituation heute. „Schutzsuchende“ nennt er sie und sagt: „Diese Vergangenheit macht uns klar, warum wir ein Asylrecht haben.“ Doch auch die ganze Bandbreite Eppendorfs, von der Vergangenheit und die Entwicklung zum heutigen schicken Stadtteil kommt bei Bernhard Langs Führung nicht zu kurz. Eppendorf, das war früher ein durchmischter Stadtteil mit Villen an der Alster, großen Etagenhäusern an der Eppendorfer Landstraße, und dem Arbeiterviertel im Westen. Bernhard Langs Führung beginnt am U-Bahnhof Kellinghusenstraße, führt durch Eppendorfs altes Zentrum mit Johanniskirche und Marktplatz bis zum Café Borchers, am Lokstedter Weg entlang, dann zum Marie-Jonas-Platz, auf dem sich bis 1951 der alte Eppendorfer Friedhof befand. Das Uniklinikum Eppendorf ist ebenso Gegenstand der Führung wie das Holthusenbad in der Goernestraße. Dann geht´s an die Ecke Lehmweg/Eppendorfer Weg, an der einst Onkel Pö´s Carnegie Hall die Hamburger Szene der 1970-er Jahre und den Ruhm von Udo Lindenberg und Otto Waalkes mitbegründete. Hier erläutert Lang Eppendorfs Gentrifizierung, die Wandlung zum Stadtteil der Wohlhabenden. Da darf dann auch als Gegenbeispiel das Eckhaus Hayn-, Hegestraße mit seinem besonderen Mietvertrag nicht fehlen. Die Führung endet am U-Bahnhof Eppendorfer Baum. Für Bernhard Lang erfüllt sich mit dieser Tour ein lang gehegter Wunsch, denn in Eppendorf hat er zuerst gewohnt, als er vor 27 Jahren nach Hamburg kam. Der studierte Ethnologe und Kunsthistoriker und gelernte Reisebürokaufmann arbeitet seit 23 Jahren als Stadtführer. Führungen durch die Hamburger City, St. Pauli sowie durch Speicherstadt und Hafencity veranstaltet er regelmäßig. Für viele andere Hamburger Stadtteile bietet er Führungen an, nun auch durch Eppendorf. „Der Abriss des alten Restaurants Tre Castagne hat mich aufgerüttelt“, nennt Lang als weiteren Grund für diese Führung. Dem politischen Eppendorf will Lang deshalb ein Gesicht geben. Gewohnt hat Lang früher übrigens am Lokstedter Weg, schräg gegenüber der Fläche, auf dem die Flüchtlingsunterkunft gebaut werden soll.

Neben dem 6. März sind die neuen Eppendorf-Führungen am 3. April und am 1. Mai vorgesehen, jeweils um 14.30 Uhr. Treffpunkt ist der Haupteingang des Holthusenbads am U-Bahnhof Kellinghusenstraße. Teilnahme: 15 Euro, Anmeldungen unter „Halt-Hamburg Live Tours“, Telefon 27 91 995 oder 0152/34 35 19 91, Infos unter www.Hamburg-Live-Tours.de
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