Hochbahn will neuen Busbetriebshof in Alsterdorf bauen

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Im „Gleisdreieck“ (markiert) will die Hamburger Hochbahn AG einen Betriebshof bauenGrafik: Kühn
 
Blick von der Hebebrandbrücke auf das Gleisdreieck und einen Teil des sogenannten Vorwaldes, der dem Betriebshof weichen sollFoto: Barth

Busse statt Bäume: Auf Gleisdreieck zwischen U-, S- und Güterbahn soll Platz für 300 Fahrzeuge entstehen

Hamburg. Busse statt Bäume: Die erste Runde zur öffentlichen Diskussion des Bebauungsplan-Entwurfs Alsterdorf 22 / Winterhude 22 ist eingeläutet. Am Donnerstag fand eine Veranstaltung für Anlieger im Pavillon der Grundschule Ballerstaedtweg statt. Eingeladen hatte der Stadtentwicklungsausschuss der Bezirksversammlung Hamburg-Nord.

Der Bebauungsplan soll die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Realisierung eines Betriebshofes für Busse der Hamburger Hochbahn AG schaffen. „Seit mehr als acht Jahren verzeichnet der öffentliche Nahverkehr steigende Fahrgastzahlen. “, erklärt Hochbahn-Sprecher Christoph Kreienbaum. „Hierfür werden nicht nur mehr, sondern auch größere Busse benötigt. Die Abstellflächen auf den bisherigen Betriebshöfen reichen nicht mehr aus. Deshalb suchen wir neue Flächen.“ Das „Gleisdreieck“ zwischen U-, S- und Güterbahn biete sich an, weil es innerstädtisch und verkehrsgünstig (für wichtige MetroBus-Linien, wie 6/7/20/25/26) liege, für keine andere Nutzung vorgesehen sei und - durch die Schienenverbindungen - einen größeren Abstand zu der umliegenden Bebauung wahren. Der neue Betriebshof soll in Zukunft Abstellflächen für etwa 300 Busse bieten.

Im Bereich des „Gleisdreieckes“ hat sich mittlerweile ein Baumbestand entwickelt, der offiziell als Vorwald eingestuft wird, wie das Bezirksamt mitteilt. Ein Großteil des Baumbestandes würde beim Bau des Betriebshofes gefällt werden. Bernd Quellmalz vom Hamburger Naturschutzbund (Nabu) zeigt sich auf Wochenblatt-Nachfrage erstaunt: „Von diesem Bauvorhaben hören wir das erste Mal. Auf den ersten Blick halten wir es für inakzeptabel.“ Direkt gegenüber würden schon bald für das Pergolenviertel Grünflächen vernichtet. „Im Vorwald hat sich Flora und Fauna entwickelt“, weiß Quellmalz, „hier brüten etwa Greifvögel.“ Was da noch alles „kreucht und fleucht“ müsse genau geprüft werden.

Ähnliches plant auch der Stadtentwicklungsausschuss: „Für die Belange des Umweltschutzes einschließlich des Artenschutzes wird eine Umweltprüfung durchgeführt. Hierbei werden die Umweltauswirkungen, die sich voraussichtlich aus der Umsetzung des Bebauungsplans ergeben, in einem Umweltbericht beschrieben und bewertet und Maßnahmen zum Ausgleich festgelegt.“

Christoph Kreienbaum von der Hochbahn AG erklärt: „Die ersten Überlegungen und Gespräche zu Ausgleichsflächen mit den zuständigen Behörden laufen derzeit.“ Weiterhin versichert er: „Die Geräuschentwicklung wird durch den umliegenden Schienenverkehr und die Abstände als gering wahrgenommen werden. Die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt werden im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens überprüft.“ Hier werde festgelegt, was aufgrund der relevanten Gesetze zulässig sei und ob bestimmte Maßnahmen – etwa zusätzliche Lärmschutzmaßnahmen – ergriffen werden müssen.

Auch die bestehenden Kleingärten östlich des Tessenowweges würden planungsrechtlich als „Dauerkleingärten“ gesichert. Die Erschließung des Betriebshofs erfolge frühestens im Frühjahr 2016 von der Hebebrandstraße über eine neue Zufahrt mit einer Querung der Bahngleise nördlich der Kleingärten. Der Tessenowweg soll um drei Meter auf etwa 14 Meter im Richtung Westen verbreitert werden. Für die Erschließung des bewaldeten Geländes, das der Hochbahn gehört, fällt voraussichtlich ein Teil Parkplatzfläche der Kleingartensiedlung weg. (ba)
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7 Kommentare
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Michael Kahnt aus Barmbek | 30.01.2014 | 12:27  
Daniela Barth aus Ohlsdorf | 31.01.2014 | 09:10  
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Michael Kahnt aus Barmbek | 31.01.2014 | 09:28  
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Arnold Onken-Lüdicke aus Hamm | 31.01.2014 | 12:10  
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Philippe Gottsleben aus Alsterdorf | 22.09.2015 | 09:58  
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Michael Kahnt aus Barmbek | 22.09.2015 | 10:41  
6
Torsten Radtke aus Ohlsdorf | 26.09.2015 | 11:45  
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