Hospitessen helfen im UKE Hamburg

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Antje Hackel (3. v. r.), die Leiterin des DRK-Hospitessendienstes Hamburg-Nord, im Kreise einiger ehrenamtlichen Hospitessen Foto: Hanke
Hamburg: Martinistraße 52 |

DRK-Patientenbesuchsdienst kümmert sich ehrenamtlich um Kranke

Von Christian Hanke
Eppendorf
Sie besuchen Patientinnen und Patienten des Universitätsklinikums Eppendorf (UKE), reden mit ihnen, begleiten sie bei Einkäufen oder übernehmen sie, hören zu, trösten, kurz, sorgen für willkommene Abwechslung im nicht immer angenehmen Krankenhausalltag: Die Mitglieder des Hospitessendienstes des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Hamburg-Nord. In der Regel einmal in der Woche besuchen die zehn Damen und zwei Herren für rund zwei Stunden „ihre“ Station und erkundigen sich nach Patienten, die ihrer Hilfe bedürfen.„Wir kümmern uns zuerst um die schwer Kranken, die Einsamen und um Patienten aus anderen Bundesländern“, erzählt Antje Hackel, Leiterin des Hospitessendienstes. Oder um Flüchtlingskinder in der Kinderklinik. Wie die kleine Afghanin, die einem der männlichen Mitglieder des Hospitessendienstes auf die Frage, wie sie nach Deutschland gekommen sei, antwortete: „Gelaufen mit Füßen“ und auch noch erzählte: „Papa ist ins Wasser gefallen“. Papa hatte Glück und überlebte. Für die Kleine war außerdem klar: „Nie wieder zurück nach Afghanistan.“ Obwohl ihre Mutter noch dort lebt.

Patienten schätzen Hospitessendienst

Viele Patienten, insbesondere die älteren, erzählen aus ihrem Leben. „Dabei vergessen sie ihre Krankheit und leben auf“, bemerken die Hospitessen immer wieder. Die ehrenamtlich tätigen Frauen und Männer erfahren oft mehr von den Patienten als das UKE-Personal. „Wir haben mehr Zugang zu den Patienten als die Psychologen“, erzählt einer der männlichen Hospitessen. Zwischen den Kranken und den Mitgliedern des Hospitessendienstes entwickelt sich oft großes Vertrauen. Einige Patienten wollen ihre Kurz-Zeit-Freunde gar nicht mehr missen, wenn sie aus dem UKE entlassen werden. Trotzdem dauert es oft, bis die Ehrenamtlichen auf den Stationen als solche erkannt werden. „Man braucht Durchhaltevermögen. Es dauerte bis zu fünf Jahre bis wir auf den Stationen Fuß gefasst haben“, erläutert Antje Hackel.

Charakterliche Grundfestigkeit

Auch mit Rückschlägen müssen die Helfer rechnen. Manche verhalten sich plötzlich bedingt durch ihre Krankheit abweisend oder gar feindselig. Daher müssen Menschen, die dem Hospitessendienst beitreten wollen, eine charakterliche Grundfestigkeit aufweisen, um manchmal schwierige Begegnungen meistern zu können. Und sie müssen wirklich helfen wollen und zuhören können. Antje Hackel muss Bewerber in diesem Sinne in Erstgesprächen prüfen. Die Verantwortung ist groß. Mitglieder des Hospitessendienstes sind nach einem ersten Besuch auf den Stationen des UKE in Begleitung von Antje Hackel allein mit den Patienten und deren Situation auf der Krankenstation. Die Leiterin des Hospitessendienstes verlässt sich bei der Einstellung auf ihre jahrelange Erfahrung und auf Intuition. Sie gibt zum Beispiel nur eine Telefonnummer für Bewerbungen an. „Ich muss die Stimme hören“, sagt Antje Hackel. Zuverlässigkeit ist eine weitere Voraussetzung für den ehrenamtlichen Dienst im Krankenhaus. „Patienten dürfen nie warten“, lautet eine der obersten Maximen des Hospitessendienstes. Wer noch neu ist, und bei einem der monatlichen Treffen des Hospitessendienstes unentschuldigt fehlt, wird manchmal von Antje Hackel gleich wieder verabschiedet.

Weitere Ehrenamtler gesucht

Kandidaten, die die Voraussetzungen für den Dienst erfüllen, können sich gern bei Antje Hackel unter Telefon 480 36 06 melden, denn die Hospitessen benötigen dringend Verstärkung. Ein Führungs- und ein Gesundheitszeugnis muss vorgelegt werden. Übrigens: nicht nur zwischen Hospitessen und Patient entwickeln sich vertrauensvolle Kontakte. Auch untereinander haben die Mitglieder des Dienstes ein sehr gutes Verhältnis, feiern gern Festtage oder runde Geburtstage miteinander.
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